ZETEL Seit zwölf Jahren pflegt Anita Lindemann auf dem Zeteler Friedhof das Grab ihrer Mutter. Es wird schön bepflanzt und zu besonderen Anlässen, Gedenk- und Feiertagen, kommen ein Blumenstrauß oder liebevoll gebastelte Kleinigkeiten dazu. Gerne verweilt Anita Lindemann, um tief in Gedanken versunken der Verstorbenen zu Gedenken und findet dabei auch Halt an den vielen würdevoll gestalteten Nachbargräbern. An dieser Stelle sucht sie all die Jahre innere Ruhe und Zuversicht, und nie gab es irgendwelche Probleme.

Nun musste sie Anfang des Jahres auch ihre Schwester zu Grabe tragen, und diese wollte eingeäschert werden. So ruht die Urne mit der Asche von Wilma Schulze auf dem Rasenfeld mit dem Gedenkstein in der Mitte des Friedhofs. Auch diese Grabstelle wird von Anita Lindemann mit Hingabe betreut. Allerdings ist hier keine individuelle Gestaltung wie am Grab der Mutter möglich.

„Laut Friedhofsordnung dürfen auf den Urnengräbern im Rasenfeld keine Dekoartikel oder Blumen abgestellt werden“, erklärt Stefan Kamps, Verantwortlicher für die Friedhofspflege. Die mit Gedenkplatten abgedeckten Urnen ruhen in einer Rasenfläche, und Gegenstände stören bei den Pflegearbeiten. Deshalb gibt es einen Gedenkstein mit Ablageflächen „Hier können die Hinterbliebenen Blumen, Gestecke oder auch kleine Erinnerungsstücke ablegen“, betont Kamps.

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Das macht auch Anita Lindemann. Regelmäßig besucht sie ihre Angehörigen und bringt Blumen oder kleinere Erinnerungen mit. Doch immer wieder verschwinden beim Gedenkstein Blumen, Kerzen, Figuren, Vasen und anderes. Vor vier Wochen hatte Anita Lindemann ein Tablett mit Engel, Blümchen und Namensstern dort abgestellt und wurde dabei gefragt, ob sie nicht Angst habe, dass das geklaut werde. Ihr Glaube an das Gute im Menschen hat nicht geholfen, nach drei Wochen war das Tablett weg. „Ich weiß nicht, wer zu solchen Dingen fähig ist. Wie kann man so etwas nur tun?“, fragt sich Anita Lindemann. „Es geht mir nicht um den Wert, es geht darum, das überhaupt einer sowas macht“. Leider sei das kein Einzelfall, immer wieder verschwänden Dinge und Blumen. Die Empörung über diesen Frevel an den Grabstellen und die Frechheit der Diebe sei auch bei anderen Friedhofsbesuchern groß. Viele Angehörige pflegten ihre Gräber mühevoll und hielten die Erinnerung an ihre Lieben dadurch wach.

„Haben die Leute vor nichts mehr Respekt?“, fragt Anita Lindemann. Sie ist erschüttert, dass das Tablett nun irgendwo anders ist. Vielleicht taucht es ja mal auf einem Flohmarkt auf. Sie hat bei der Polizei Anzeige erstattet.

„Aber am meisten regt mich auf, dass der Stern mit dem Namen meiner verstorbenen Schwester jetzt bei fremden Leuten ist“, erwähnt Anita Lindemann und appelliert an die Zivilcourage der Bevölkerung, die sich nicht scheuen sollte, eventuelle Beobachtungen zu melden, um der Täter habhaft zu werden.

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