WANGEROOGE Vor 154 Jahren rollte an einem warmen, windstillen Sommertag ohne Vorwarnung eine Riesenwelle auf die Nordsee zu. Der Tsunami überschwemmte am 5. Juni 1858 unter anderem Sylt, Wangerooge und Helgoland.

Auf die Spur kam der Riesenwelle der Geografieprofessor Dr. Jürgen Newig von der Christian-Albrechts-Universität Kiel durch die Auswertung von Augenzeugenberichten und anderer Dokumente auch aus der Region. Er warnt davor, dass die Gefahr solcher Ereignisse in der Nordsee unterschätzt werde.

„Auch hier in der Region gibt es Quellen, die die Riesenwelle vielfach belegen“, sagte Professor Dr. Karl-Ernst Behre vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven auf Nachfrage der NWZ . Das Institut hatte dem Kieler Kollegen mehrere Quellen zur Verfügung gestellt.

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Die Riesenwelle von zum Teil sechs Metern Höhe, über deren Auswirkungen Berichte auch aus Frankreich, England und den Niederlanden vorliegen und die am heftigsten in Dänemark zu spüren war, ist vermutlich im Atlantik entstanden und setzte sich durch den Ärmelkanal bis in die Nordsee fort. „Sie war so stark, dass selbst wir hier die Auswirkungen zu spüren bekamen“, so Behre.

Er spricht bewusst nicht von einem Tsunami: Denn Tsunamis entstehen, wenn sich Erdplatten gegeneinander verschieben und Seebeben auslösen. „Das ist in der Nordsee nicht möglich“, betont Behre.

Zudem ist die Nordsee mit 80 Metern Tiefe ein recht flaches Meer, in dem große Flutwellen bei Grundberührung sehr schnell die Energie und damit auch die Geschwindigkeit verlieren, sagen Experten.

Allerdings ist die Nordsee weltweit eine der am stärksten von Sturmfluten bedrohten Regionen und auch Riesenwellen sind mehrere bekannt. Eine der größten trat vor etwa 7000 Jahren auf, als vor der norwegischen Küste ein Kontinentalabhang abrutschte – Spuren der rund 20 Meter hohen Flutwelle sind bis heute zu finden.

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