Sande Normalerweise stinkt und qualmt es kräftig, wenn die Feuerwehr zum Löscheinsatz gerufen wird. Es kann aber auch schon mal lieblich duften: So wie voriges Jahr, als der Feueralarm bei der Firma Elektronik Reichelt anschlug. Eine Reinigungskraft hatte es beim Säubern der Toiletten zu gut gemeint und reichlich Tannenduft-Raumspray versprüht. Der löste schließlich den Feuermelder aus. „Das war der dufteste Einsatz, den wir je hatten“, scherzte Ortsbrandmeister Peter Hoffbauer bei der Jahreshauptversammlung der Ortswehr Sande im Landhaus Tapken.

Leider ist bei der Ortswehr Sande zurzeit keineswegs alles „dufte“: Vor allem wegen der unbefriedigenden Situation im Feuerwehrhaus „brennt der Baum“. Eigentlich sollte jetzt das ehemalige Gebäude der Druckerei Klein, das bis vor etwa drei Jahren vom Friesischen Rundfunk genutzt worden war, zum Feuerwehrgerätehaus um- und ausgebaut werden. Doch dann schlug in Sande, wie mehrfach berichtet, die Finanzkrise zu, ausgelöst durch eine große Gewerbesteuerrückforderung. Die Folge war eine Haushaltssperre; Ausgaben wurden gekürzt oder ganz gestrichen, Investitionsvorhaben aufgeschoben. So auch der Bau des neuen Feuerwehrhauses, das nun erst 2016/17 bezugsfertig sein soll.

Wenn die Bausubstanz so lange durchhält. „Wie soll es mit dem Gebäude weitergehen?“, fragte Hoffbauer den ebenfalls anwesenden Bürgermeister Josef Wesselmann. Der Ortsbrandmeister kritisierte, dass durch einen Teilweisen Abriss des Gebäudes nun eine Innenwand zur Außenwand wurde, die Wind und Wetter ausgesetzt ist.

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Die Feuerwehr hat Sorge, dass das Gebäude in drei bis vier Jahren, wenn die Gemeinde in den Umbau investieren will, vielleicht ganz abbruchreif ist. „Es besteht dringender Handlungsbedarf, das Haus zu sichern, damit bestehende Substanz erhalten werden kann und wird 2016 den Rest nicht auch noch abbrechen müssen“, sagte Hoffbauer.

Wesselmann erklärte, den „Brandherd Feuerwehrhaus“ löschen zu wollen: „Die Giebelwand wird in Kürze wiederhergestellt, das Gebäude wird in seiner Substanz gesichert.“ Zusagen, wann das neue Feuerwehrhaus gebaut werden kann, machte der Bürgermeister nicht: „Das muss der Rat entscheiden.“

Immerhin: Die Haushaltslage habe sich etwas entspannt. Hoffnungen habe er auch mit Blick auf den Finanzausgleich des Landes: Ich hoffe dass, da noch einiges kommt.“ Das muss es auch. Denn neben den Kosten für das Feuerwehrhaus von geschätzten rund 700 000 Euro stehen Ausgaben für ein neues Feuerwehrfahrzeug von rund 300 000 Euro auf dem Plan, sagte Hoffbauer.

In seinem Jahresbericht nannte der Ortsbrandmeister die wichtigsten Zahlen für das zurückliegende Jahr: 70-mal musste die Ortswehr Sande ausrücken, achtmal mehr als noch im Jahr zuvor. Brandeinsätze einerseits sowie Hilfeleistungen nach Verkehrsunfällen, Unwettern oder bei Personensuchen andererseits hielten sich die Waage.

Den größter Brandeinsatz hatten die Sander gemeinsam mit den Kameraden der Feuerwehr Gödens Ende März in Altenhof. Dort war bei Schweißarbeiten ein Dachstuhl in Brand geraten. 10 000 Euro Schaden sind entstanden, 200 000 Euro an Sachwerten haben die Feuerwehrleute allein bei diesem Einsatz vor den Flammen retten können.

Insgesamt habe die Ortswehr Sande bei 13 Klein- und einem mittelgroßen Brand Werte von rund einer halben Million Euro gerettet. Die Brandeinsätze schlugen in der Summe mit mehr als 300 Arbeitsstunden zu Buche, bei den Hilfeleistungen waren es ebenfalls fast 300 Stunden.

Zurzeit verfügt die Sander Feuerwehr über 56 aktive Mitglieder. Die haben im vorigen Jahr 28 Lehrgänge besucht und sich weitergebildet.

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Oliver Braun Redakteur / Redaktion Jever
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