Jever /Cullera „Eine Freiwilligen-Feuerwehr?“ Korporal Marcelino Serra, Chef der Bomberos de Cullera – auf Valenzianisch „Bombers“ – der Feuerwehr Culleras, schaut Jevers Stadtbrandmeister Olaf Rieken mit kaum verhohlener Geringschätzung an. Rieken gehört zur Partnerschaftsdelegation um Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers. Seit Samstag besuchen die Jeveraner Cullera, um die seit 21 Jahren währende Freundschaft zwischen den beiden Städten zu vertiefen.

Die spanische Feuerwehr ist grundsätzlich eine Berufsfeuerwehr. Die Feuerwehrkaserne von Cullera ist für sechs Kräfte im Bereitschaftsdienst ausgelegt. Jeweils 24 Stunden sind vier Feuerwehrmänner im Dienst, dann werden sie abgelöst. 25 Feuerwehrmänner gibt es in Cullera – keine einzige Frau ist darunter.

600 Männer, drei Frauen

„Wir haben die Kaserne bereits auf den Einsatz von Feuerwehrfrauen hin umgebaut“, erzählt der Korporal. Sanitärräume und Schlafräume gibt es für Bombers – aber Frauen sind selten in diesem Beruf: Rund 600 Feuerwehrkräfte gibt es in der Provinz Valencia, nur drei davon sind Frauen.

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Die Bombers de Cullera sind selbstbewusste Kerle. Dass Rieken Chef von mehr als 100 Feuerwehrleuten ist, nehmen sie kaum zur Kenntnis. Die Leitstelle der Bomberos ist in Valencia. Kommt ein Alarm herein, dann rücken die Feuerwehrmänner von Cullera zu zweit im Löschfahrzeug aus – parallel wird stets die Feuerwehr der Nachbarstadt mitalarmiert. „Nach 30 Minuten sind sie dann da“, erzählt Nicolau Serra.

Zum Vergleich: wird die Freiwillige Feuerwehr Jever alarmiert, dann rücken innerhalb 4 Minuten 20 Kräfte aus. Dass jemand in Jever 30 Minuten warten muss, bis die Feuerwehr in voller Einsatzstärke da ist, ist völlig ausgeschlossen.

„Uff“ antwortet Valle auf die Frage, wie viele Einsätze los Bomberos pro Jahr haben und legt die Stirn in Falten. „Rund 300“, sagt er dann: „Von echten Bränden bis zu nichts“. Vier Brände gab es seit Jahresanfang. Vorige Woche wurden die Bombers alarmiert, um eine Katze von einem Telefonmast herunterzuholen.

Freudenfeuer in der Stadt

In Cullera ist ein Löschfahrzeug fest stationiert, zurzeit bei den Fallas steht ein zweites bereit – Nachbarschaftshilfe. Denn am Dienstagabend erreichte das Frühlingsfest Fallas seinen Höhepunkt: Die riesigen Figurengruppen – ebenfalls Fallas genannt – wurden abgebrannt: Sie stehen mitten in der Stadt auf Plätzen. 30 Bomberos waren im Einsatz – einer von ihnen war Olaf Rieken: Er durfte mit Korporal Valle im Einsatzleitwagen mitfahren.

„Gott auf unserer Seite“

Viel passiert ist bei der Cremá genannten Verbrennung der Figuren aus Holz und Pappmaché in den vergangenen Jahren nicht, sagt der Feuerwehrchef: Es wurde mal ein Balkon angesengt oder eine Hütte ist abgebrannt, aber einen Großbrand hatten wir nicht.

„Gott sei dank haben wir Gott auf unserer Seite“, sagt Marcelino Valls außerdem: denn zum Fest sind viele Straßen gesperrt, überall sind Menschenmassen. Zu den 23 000 Einwohnern hinzu kommen zu den Fallas tausende Gäste. Würde dann ein Großbrand ausbrechen, wäre das für die Feuerwehr ein Riesenproblem.

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