Hohenkirchen 7,2 Minuten: So lange dauert es durchschnittlich, bis nach Eingang eines Alarms alle angeforderten Einsatz-Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Wangerland unterwegs sind. Nach 14 Minuten trifft die Feuerwehr am Einsatzort ein. Rechnet man die Ausrückezeit der nachgeorderten Einsatz-Fahrzeuge heraus, liegt die Zeit, die Wangerlands Feuerwehren brauchen, um nach dem Alarm vollbemannt auszurücken, sogar bei nur 5,2 Minuten, und am Einsatzort treffen sie nach 11,3 Minuten ein.

Geehrt und befördert

Manfred Ulfers aus Hooksiel wurde für 50 Jahre Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr vom Landesfeuerwehrverband ausgezeichnet: Mit 26 Jahren war er von einem Freund für die Feuerwehr geworben worden. Bis 2004 war er aktiv, 2016 trat er in den Feuerwehr-Förderverein Hooksiel ein.

Zum Feuerwehrmann ernannt wurde Henning Roschke von der Ortswehr Tettens.

„Das ist sehr sehr professionell“, kommentierte Kreisbrandmeister Gerd Zunken am Freitagabend die von Wangerlands Gemeindebrandmeister Eike Eilers vorgetragenen Zahlen: „Das entspricht fast den Ausrückezeiten einer Berufsfeuerwehr.“

Größte Wehr im Kreis

Und Eilers konnte noch eins draufsetzen: Die besten Ausrückezeiten im vergangenen Jahr lagen bei 1 bis 2 Minuten. Und das, obwohl anders als bei einer Berufsfeuerwehr keiner von Wangerlands Freiwilligen Feuerwehrleuten Tag und Nacht im Feuerwehrhaus in Bereitschaft ist.

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Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wangerland konnte Eilers auf eine beachtliche Einsatzleistung aller sieben Ortswehren zurückblicken. Mit 200 (Vorjahr 196) aktiven Einsatzkräften – davon 19 Frauen –, 71 (72) Mitgliedern der Alters- und Ehrenabteilung, 47 (40) Mitgliedern in der Jugendwehr und 15 in der Kinderfeuerwehr ist die Feuerwehr Wangerland die größte Frieslands. Das gilt auch für die Fläche, für die sie zuständig ist – und entsprechend für die Ausstattung: 18 Einsatzfahrzeuge, fünf Anhänger und ein Boot.

Eilers mahnte, dass die Gemeindeverwaltung umgehend mit der Ausschreibung zur Beschaffung der laut Brandschutzkonzept als nächstes zu ersetzenden Fahrzeuge beginnt. Denn die Lieferzeiten bei den Herstellern liegen mittlerweile bei 18 bis 24 Monaten. Ersatz steht an für die Löschgruppenfahrzeuge von Garms, Tettens und Hohenkirchen, für das Tragkraftspritzenfahrzeug Waddewarden und das Tanklöschfahrzeug Minsen – alle erreichen bald die Altersgrenze von 25 Jahren.

Verzug bei Umbauten

Während die Beschaffung von Ausstattung im vergangenen Jahr gut geklappt hat, bemängelte Eilers den Verzug bei den Bauprojekten: Nach langer Vorlaufzeit wächst in Wiarden nun der Anbau in die Höhe, am 13. Mai wird Richtfest gefeiert; für Waddewarden, wo die Einsatzkräfte bisher selbst viel Zeit in Umbauarbeiten im Feuerwehrhaus investiert haben, muss nun endlich der Bauantrag gestellt werden. „Und die Möglichkeiten zur Erweiterung in Hohenkirchen müssen geprüft werden“, betonte Eilers.

„Wir brauchen die Wehren in den Orten und nicht auf der grünen Wiese“, gab Eilers der Gemeindeverwaltung mit.

Als Besonderheiten stellte er die Aufstellung der First Responder Gruppe der Wehr Minsen heraus: Wie berichtet, stehen die Minser Einsatzkräfte als ausgebildete Ersthelfer bei Unfällen und anderen Situationen, wo es um Menschenleben geht, bereit. Damit ergänzen sie den Rettungsdienst.

Ebenfalls bei der Ortswehr Minsen wurde ein Stromerzeuger der „Autorisierten Stelle Digitalfunk Niedersachsen“ untergestellt: Bei längeren Stromausfällen rücken die Minser aus, um die Funkmasten für den BOS-Funk – BOS steht für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben – mit Strom zu versorgen.

Eilers ging außerdem nochmals auf die Änderung bei der Wasserrettung im Katastrophenschutzplan des Landkreises ein: Wie berichtet, hatte der Kreistag auf Vorschlag der Verwaltung im vergangenen Jahr die DLRG damit beauftragt. „Für Irritationen sorgte dabei nicht, dass die DLRG die Aufgabe übernimmt: das ist richtig so“, betonte der Gemeindebrandmeister.

Vielmehr irritiert die Wangerländer Einsatzkräfte, dass es keine zeitlich zufriedenstellende Regelung für die etwas abgelegenen Küstenbereiche Horumersiel-Schillig und Hooksiel gibt. Dort hatte bisher die ja vor Ort ansässige Feuerwehr die Wasserrettung übernommen.

Mittlerweile hat der Landkreis einen „Runden Tisch“ mit allen an der Wasserrettung beteiligten Organisationen gegründet – eine endgültige Regelung der Zuständigkeiten durch den Landkreis steht indes noch aus.

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Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
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