Wangerooge Die Mutmaßungen, dass der Kapitän der „Harlingerland“ am Montag auf seinem Weg nach Harlesiel das Fahrwasser Richtung Westen verlassen hat und deshalb auf die Sandbank aufgesetzt hat, sind womöglich nicht ganz richtig: „Das war reines Pech“, hieß es am Dienstag aus dem Verkehrsministerium.

Hintergrund des Unfalls: Auf Grund natürlicher Veränderungen des Fahrwasserverlaufs erfolgt aktuell eine Neubetonnung des Fahrwassers durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven. Im Bereich der Grundberührung ist die Neubetonnung noch nicht abgeschlossen. „Der Kapitän hat sich strikt an die vorhandene Betonnung gehalten, die aber nicht mehr dem Verlauf entspricht…“

„Die Harlingerland“ war gegen Mitternacht von Wangerooges Seenotrettungsboot „Wilma Sikorski“ freigeschleppt worden und gegen 0.35 im Hafen Harlesiel eingelaufen. Vorherige Versuche, das 46 Meter lange Schiff freizubekommen, waren missglückt. Auch die „Wangerooge“ war zur Unterstützung zunächst vor Ort, konnte allerdings wegen des ablaufenden Wassers auch nicht helfen.

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Am Dienstag blieb das Schiff zunächst im Hafen, „da es von den zuständigen Behörden untersucht wird“, teilte Egbert Meyer-Lovis, Sprecher der Deutschen Bahn AG, auf Nachfrage der NWZ  mit. Am Nachmittag nahm die „Harlingerland“ den Betrieb wieder auf.

Meyer-Lovis widersprach Kritik, die 286 Fahrgäste an Bord seien nicht ausreichend informiert worden: „Die Durchsage erfolgte um 16 Uhr, als feststand dass das Schiff am Nachmittag nicht mehr weiterfahren kann.“ Allen Passagieren seien Hotelübernachtungen oder die Organisation der Weiterfahrt angeboten worden, 19 Fahrgäste nahmen die Übernachtung in Anspruch.

„Allen Fahrgästen wurde das gesamte Angebot im Bordbistro kostenfrei angeboten. Dieses wurde regelrecht gestürmt. Daher waren die gesamten Vorräte wie Bockwürste und Kaltgetränke gegen 19 Uhr erschöpft. Warme Getränke standen jederzeit zur Verfügung“, berichtete der Bahnsprecher. Das Bistro habe jeweils so viel Ware an Bord, wie es fachgerecht lagern kann. „Das heißt, in der Regel für mehrere Überfahrten. Es handelte sich um die letzte von vier Fahrten an dem Tag“, erläuterte Meyer-Lovis.

 An Bord wurde Notstrom aktiviert, um die Grundversorgung zu gewährleisten. Deshalb saßen die Passagiere im Dunkeln. Die volle Stromversorgung hätte zur Folge gehabt, dass es nach einigen Stunden gar keinen Strom mehr gegeben hätte, sagte der Bahnsprecher

Auf Wangerooge und in ganz Deutschland wurde die Situation auf dem festsitzenden Schiff über Facebook mit Interesse verfolgt. Dass der neue Fahrwasserverlauf dem Kapitän nicht bekannt gewesen sein soll, sorgte auf der Insel für Schmunzeln: Das wisse doch jeder, dass dort eine Tonne fehlt, hieß es.

Zugleich wurde auf der Insel die mittlerweile uralte Forderung nach vernünftiger Fahrwasser-Baggerung wieder laut: „Was muss denn noch passieren, dass das Land endlich aufwacht und das Fahrwasser ausbaggert“, sagte CDU-Vorsitzende Diana Folkerts. „Wir bitten ja nicht darum, weil es lustig ist: Es ist notwendig und überlebensnotwendig“, sagte sie.

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Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
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