Accum Der bevorstehende Aufstieg muss lang und beschwerlich gewirkt haben mit diesen noch kleinen und kurzen Beinen: Eschweiler vor gut 20 Jahren, Svenja Münstermann und ihr Bruder Heiko blicken auf den gut 30 Meter hohen Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr. Darin trocknet die Wehr nach Einsätzen ihre Schläuche. Der schmale Turm wird umschlungen von einer steilen Wendeltreppe.

Dann stürmen beide Kinder los, ein Wettrennen, wer zuerst oben ist. „Meist hat mein Bruder gewonnen“, sagt Svenja Münstermann und lächelt.

Großvater als Vorbild

Mitgenommen hatte die Kinder der Großvater. Jakob Hürken ließ die beiden auf den Schlauchturm kraxeln, zwischen Feuerwehrfahrzeugen umherlaufen und früh Einblick in das Dasein als Feuerwehrmann oder -frau gewinnen.

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1996 zog die Familie nach Accum, auch Mutter Lia und Bruder Heiko Münstermann gehören der Freiwilligen Feuerwehr Accum an.

Heute, gut 20 Jahre später, ist Svenja Münstermann eine von nur wenigen Feuerwehrfrauen in Accum – und im Jeverland. Sie gehört dem Gefahrgutzug Friesland an, der zuständig ist für den Bereich Dekontaminierung, hauptsächlich für die Reinigung von Einsatzkräften, Zivilisten und Material, die mit Giftstoffen in Berührung gekommen sind.

Dass die Freiwillige Feuerwehr in der Region einen hohen Stellenwert genießt, freut die 28-Jährige, schließlich versteht sie ihr Amt mehr als eine Berufung denn als eine Freizeitbeschäftigung. „Mitglied der Feuerwehr zu sein, ist mehr als nur ein Hobby“, sagt sie.

Vor „sieben oder acht Jahren“ wurde sie in Accum zur Oberfeuerwehrfrau befördert.

Gegenseitige Hilfe

Die Erinnerung an ihren ersten Einsatz ist noch frisch: „Ein Autobrand in Roffhausen, ein Kurzschluss.“ Erstaunt habe sie, dass das brennende Wrack trotz angezogener Handbremse ins Rollen geraten ist. „Man muss bei der Feuerwehr immer auf das Unerwartete gefasst sein“, sagt Svenja Münstermann.

Eine von nur wenigen Frauen bei der Freiwilligen Feuerwehr zu sein, macht ihr nichts aus. Anfangs müsse man schon beweisen, dass man richtig zupacken könne, erzählt sie. Es sei aber auch kein Problem, einmal zu sagen „Mach du das bitte“. „Bei der Feuerwehr hilft man sich gegenseitig. Andere Kameraden können kein Blut sehen. Jeder macht das, was er kann.“

Und so ähnlich lautet auch der Tipp, den sie Frauen gibt, die sich für einen Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr interessieren: „Egal ob man klein ist oder eine Brille trägt – ich kann jede, die bei der Feuerwehr mitmachen will, nur ermutigen. Jeder kann helfen.“


NWZ TV     Beitrag unter   www.nwz.tv/friesland 

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Tim Gelewski Agentur Hanz / Redaktion Jever
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