Zetel „Wir schmeißen hier Käse weg, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, und in manchen Ländern würden sich die Menschen freuen, wenn sie überhaupt etwas hätten“, sagt die 14-jährige Lisa Brodisch. Im Erdkundeunterricht haben sie und ihre Klassenkameraden der 9. Realschulklasse in Zetel sich mal genauer mit dem Thema Hunger auf der Welt beschäftigt. Und sie haben beschlossen, zu helfen.

Die Klasse hat in der Integrierten Gesamtschule in den Pausen Waffeln verkauft und so 80 Euro eingenommen. Über die Organisation „Brot für die Welt“ wollen sie mit dem Geld Saatgut für Bauern in Entwicklungsländern spenden. „Saatgut hilft den Bauern, sich selbst zu helfen“, sagt Anna-Lena Lohse (15). „Man weiß ja, dass es in vielen Ländern nicht so gut läuft, und zu helfen ist ein gutes Gefühl“, findet Leon Krause (14).

Warum es „nicht so gut läuft“, und in was für einem Teufelskreis aus schwacher Wirtschaft, Klimawandel, korrupter Politik und Bürgerkriegen manche Länder stecken, haben sich die Jugendlichen bei dem Erdkundeprojekt mit ihrer Lehrerin Claudia Bruns genauer angesehen.

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„Überrascht hat mich, dass die Leute in manchen Ländern vor vollen Supermarktregalen verhungern, weil sie sich das Essen nicht leisten können“, sagt der 16-jährige Darius Wilhelms. Da denkt man schon genauer darüber nach, wie gut es einem eigentlich geht, meint der Jugendliche. Neele Gloth (14) sagt: „Wir wissen doch gar nicht richtig, was Hunger ist. Wir sagen immer, wir hätten Hunger, aber meistens haben wir nur Appetit.“ Wann ihr das letzte Mal so richtig der Magen geknurrt hat, daran kann sie sich kaum erinnern.

Wie groß das Leiden und die Verzweiflung in manchen Teilen der Welt ist, zum Beispiel in den ärmsten Regionen in Afrika, sei ihnen erst jetzt so richtig klar geworden. Deswegen schauen sie die Nachrichten nun mit anderen Augen, es ist nicht mehr alles so weit weg, sagen die Schüler. Und bald wollen sie wieder Waffeln verkaufen, um den Erlös an „Brot für die Welt“ zu spenden.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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