Bockhorn Sie sitzen an den gleichen Tischen, schreiben die gleichen Tests und spielen in der Pause die gleichen Spiele wie ihre Mitschüler. Aber wenn sie erst mal ein bisschen Deutsch sprechen, erzählen sie Dinge, die sich die Lehrer und Schulkameraden kaum ausmalen können: über lange Fahrten in Booten oder Schiffen und lange Fußwege bei stockfinsterer Nacht. Die Flüchtlingskinder, die in der Grundschule Bockhorn zur Schule gehen, haben alle unterschiedliche Vergangenheiten. Die zwölf Kinder kommen unter anderem aus Syrien und Afghanistan, Serbien, dem Libanon und Albanien. „Sobald sie können, erzählen sie ihre Geschichten“, sagt Doris Kache, Schulleiterin der Grundschule. Ein Kind aus Syrien erzählte, dass sie mit ihrer Familie eineinhalb Jahre auf der Flucht gewesen sei. Ein anderes Kind hat oft große Angst und ist sehr leicht zu erschrecken – ihm stecken vermutlich traumatische Erlebnisse in den Knochen, nimmt die Doris Kache an.

Sie ist froh, dass an der Bockhorner Grundschule eine Integrationshelferin ist, die den Kindern den Alltag erleichtert und sie begleitet, ihnen hilft, die Sprache zu lernen und für sie da ist. Ilka Hellmers aus Bockhorn ist täglich an der Schule. Die 41-Jährige unterstützt die Kinder, wo sie kann. Die Kommunikation mit den Kindern, die anfangs kaum ein Wort Deutsch sprechen, sei „erstaunlich einfach“, sagt Ilka Hellmers. „Die Kinder lernen intuitiv. Sie gehen mit mir, der neuen Situation und den anderen Kindern sehr unbefangen um“, sagt sie. „Im Ganztag lernen sie am meisten, nicht nur von mir und den Lehrern, sondern vor allem voneinander. Und Kinder lernen sehr schnell.“

Zwei Mädchen aus Syrien und Afghanistan, die seit einem Jahr an der Schule sind, gehörten im Fach Deutsch zu den Besten. Sie und andere Flüchtlingskinder seien schon so weit, dass sie den Lehrern als Dolmetscher helfen. Ilka Hellmers hat in der Arbeit ihre neue Erfüllung gefunden, eine neue Aufgabe, die ihr viel bedeute, sagt sie. Bisher hat sie eine Reitanlage in Bockhorn betrieben, die nun ein junges Paar aus Bayern übernimmt (NWZ  berichtete).

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Die Arbeit von Ilka Hellmers an der Grundschule wird vom Landkreis über das Paket „Bildung und Teilhabe“ finanziert. Außerdem arbeitet Ilka Hellmers eng mit den ehrenamtlichen Integrationshelfern der Gemeinde Bockhorn zusammen.

„Sie ist sehr engagiert, und kümmert sich auch über die schulische Arbeit hinaus um die Kinder und Familien“, lobt Joachim Burmeister, Bockhorner Integrationshelfer der ersten Stunde.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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