VAREL Zur Debatte um den Schulbesuch von Kindern mit Behinderung hat sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer (Zetel), frühere Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderung (bis 2009), geäußert. Sie spricht von einem langen Umdenkungsprozess bei der Integration von Kindern, der auch daher rühre, dass es lange als richtig galt, Kinder mit Behinderung auf besondere Schulen zu schicken. „Von einer Schule für alle Kinder profitieren auch alle Kinder“, sagte Evers-Meyer. Sie bedauere, dass nur 14 Prozent aller behinderten Kinder mit nicht behinderten Kindern zur Schule gingen. Die Trennung beginne bereits im Kindergarten.

Im diskutierten Fall der beiden körperbehinderten Kinder aus Varel und Wiefel­stede, die vom Jade-Gymnasium abgelehnt worden waren (die NWZ  berichtete), erinnerte die Abgeordnete an das Diskriminierungsverbot. Für bauliche Maßnahmen, die durch den Schulbesuch von Kinder mit Behinderung (oder Bewegungseinschränkung) notwendig sein können, komme letztlich der Träger – in Jaderberg also die Eltern – auf, gestand sie zu. Für solche Maßnahmen gebe es aber auch Zuschüsse von Land und Bund. Die zehnjährigen Kinder aus Varel und Wiefelstede, die sich Aufnahme am Jade-Gymnasium bemüht hatten, brauchen nach Aussage ihrer Eltern und der Klassenlehrerin des Vareler Mädchens gar keinen Fahrstuhl, um obere Geschosse zu erreichen.

„Wir haben vier Jahre Erfahrung“, sagte Monika Reiners, die die zehnjährige Anna-Sophie in Langendamm unterrichtet hatte. „Sie ist in der Lage Treppen zu steigen, und sie ist trotz ihrer Behinderung mit allem zurechtgekommen.“ Sie hätte sich sehr gewünscht, dass Anna-Sophie nach Jaderberg gekommen wäre: „Es geht alles mit gutem Willen.“

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Den will sich Schulleiter Günter Mertins nicht absprechen lassen. Das Jade-Gymnasium nehme behinderte Kinder auf, „die Möglichkeiten unserer Schule sind aufgrund der baulichen Situation und auch personell begrenzt.“ Es gebe gewisse Behinderungen, denen sich die Schule vom Baulichen und vom Personal her nicht gewachsen sehe. Generell nehme die Schule behinderte Kinder auf, aber sie prüfe jeden Einzelfall, „ob wir uns einer solchen Aufgabe auch gewachsen sehen. Wir haben keinen Fahrstuhl, wir haben Fachräume im zweiten Stock.“ Wenn ein Kind stark gehbehindert sei, helfe auch ein Integrationshelfer nicht. Abgesehen davon sei es für eine Schule in freier Trägerschaft nicht einfach, bauliche Maßnahmen zu realisieren, jede Maßnahmen müsste von den Eltern bezahlt werden.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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