Varel „Ich heiße Azat“, sagt ein kleiner Junge in der ersten Reihe, und seine Mitschülerin liest den Satz „Meine Oma ist lieb“. Die Kinder in der Sprachlernklasse der Grundschule am Schlossplatz kommen aus aller Herren Länder und haben ein gemeinsames Ziel: Deutsch lernen. Mit zehn Kindern war die Klasse im Sommer gestartet, mittlerweile werden 20 Kinder von sechs bis zwölf Jahren unterrichtet. „Mehr geht nicht“, sagt Schulleiterin Miriam Engels-Isigwe und bittet dringend um Hilfe.

„Es kommen immer mehr Kinder, aber wir können keine mehr aufnehmen“, sagt sie. Es fehlt an Platz und vor allem an Lehrerstunden. Für die Flüchtlingskinder wurde der Musikraum der Schlossplatzschule in einen Klassenraum umfunktioniert, das Mobiliar stammt aus Büppel und aus der ehemaligen Grundschule Borgstede.

„Wir brauchen in Varel dringend eine zweite und eventuell auch eine dritte Sprachlernklasse, um alle Flüchtlingskinder aufnehmen zu können“, sagt Miriam Engels-Isigwe, „wir brauchen einen Plan, was mach’ ich, wenn jetzt plötzlich zehn Kinder kommen, wo sollen die hin?“

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Unterstützung bekommt die Schulleiterin von der Stadt. „Wir sind bereit, eine zweite und eventuell eine dritte Sprachlernklasse einzurichten“, sagt Sabine Spranger vom Fachbereich Schulen, Kultur und Sport der Stadt Varel, „wir brauchen ganz dringend eine zweite Klasse, von uns aus könnte es auch ganz schnell gehen“.

Gespräche mit Schulleitern seien geführt und die Vareler Wirtschaft habe finanzielle Unterstützung signalisiert. Aber es fehlt an Lehrern. „Die Landesschulbehörde stellt noch keine Stunden zur Verfügung“, sagt Sabine Spranger. Gleich nach den Herbstferien wird es deswegen Gespräche geben, kündigt sie an.

Die Bereitschaft der Schulleiter, Sprachlernklassen einzurichten ist groß, weiß Miriam Engels-Isigwe, es haben bereits mehrere Kollegen in der Sprachlernklasse an der Schlossplatzschule hospitiert. Dort haben sie erfahren, dass in der Klasse sehr differenziert unterrichtet werden muss. Die Kinder sind von sechs bis zwölf Jahren alt, einige waren lange auf der Flucht, andere noch nie in der Schule oder im Kindergarten, können nicht mal einen Stift halten.

Verständigungsschwierigkeiten gibt es kaum, sagt Miriam Engels-Isigwe, „die Kinder helfen sich gegenseitig oder Kinder aus anderen Klassen springen als Dolmetscher ein“.

Unterstützung für die Kinder gab es von der Oberschule Varel. Dominik Helms brachte einen Scheck über 402 Euro vorbei. Das Geld war beim Ball des letzten Abschlussjahrganges übrig geblieben.

Traute Börjes-Meinardus Redakteurin / Redaktion Varel
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