BOHLENBERGERFELD Klein war die Klasse nicht, in der Marianne Hobbie im Herbst 1944 eingeschult wurde. 72 Kinder musste der Lehrer in der Schule in Astederfeld unterrichten. Das ging nur, wenn die Größeren auf die Kleineren aufpassten. Später zählte auch Marianne zu den Größeren, die beim Unterricht für die kleineren Schüler half, worauf sie stolz war. Diese Erinnerung an die Schulzeit ist eine von vielen, die beim ersten Erzählcafé im Schulmuseum Bohlenbergerfeld zum besten gegeben wurde.

Zahlreiche Männer und Frauen waren dem Aufruf des Schulmuseums gefolgt, und steuerten ihre Erinnerungen für spätere Forschungsarbeiten bei. Moderiert wurde die Runde von Museumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander, die auch die frühere Museumsleiterin Ursel Wacker (die selbst in Oldenburg-Donnerschwee eingeschult wurde) und die Mitinitatorin des Erzählcafés, Ulrike Taenzer, begrüßte.

Themen des ersten Erzählcafés waren die Einschulung, der Schulweg, Ausflüge, Vorführungen und die Schulentlassung. Aus diesen ersten Eindrücken sollen später eigene Themenrunden im Museum werden, die dann schwerpunktmäßig die Erinnerungen an die Schulzeit vertiefen. Vertiefende Interviews mit einzelnen Teilnehmern sollen als Dokumente für weitere Forschungsarbeit archiviert werden. Für das Museum hatte sich das Erzählcafé in einer Hinsicht schon gelohnt. Günther Bohlen aus Barge, geboren 1926, war gekommen und brachte ein altes Poesiealbum aus Schülerzeiten in Bohlenbergerfeld mit, ebenso weitere Dokumente, die er dem Museum überlassen will.

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Und vieles ist nicht wehmütige Erinnerung, sondern spiegelt den sozialen Alltag wider, wie aus den Erzählungen unter anderem zum (beschwerlichen) Schulweg deutlich wurde. Andererseits haben viele der Älteren ein ausgesprochen positives Verhältnis zur Schulzeit, ob nun in Bohlenbergerfeld, in der Wesermarsch oder in Moorhausen, wie Rüdiger Schmidt aus Varel schilderte. „Wir verdanken unserern Lehrern ein enormes Wissen an Liedgut und Gedichten.“ Und in Moorhausen ging Luise Schmidt zur Schule. Sie erinnerte sich, dass die Kinder selbst Gedichte schreiben sollten. Ihr Schulkamerad Enno reimte: „Der Hase ist lang wie die Wand, aber klein wie ein Schwein.“ Das Gelächter der Schüler übertönend rief der Lehrer: „Darüber sollt ihr nicht lachen. Enno hat auf den Reim geachtet.“ Ernst Hollje, selbst in Bohlenbergerfeld zur Schule gegangen, erinnerte an Schulausflüge, die sogar einmal (mit Pferd und Wagen) nach Logabirum führten. Und Erika Diers ging ebenfalls in Bohlenbergerfeld zur Schule,

sie erinnerte an den „Kampf“ mit dem Lehrer Fischer, endlich mit dem Rad zur Schule kommen zu dürfen. Das ging erst ab zwei Kilometern Entfernung zur Schule. Der Lehrer war misstrauisch, er ließ den Schulweg von Erika sogar mit der Messlatte nachprüfen.

Das nächste Erzählcafé soll die Nachkriegszeit und das Verhältnis der Einheimischen und Flüchtlingskinder zum Thema haben. Die Veranstaltungen finden in loser Folge statt. Die NWZ wird die Termine bekanntgeben.

Günther Bohlen aus Barge brachte sein

Poesiealbum aus Schulzeiten mit

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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