VAREL Blumenkohl-Auflauf, Salat mit Kräuterquark und Brötchen sowie zum Nachtisch gefüllte Crêpes. Das steht an diesem Donnerstag auf dem Speiseplan der Mensa in der Pestalozzi-Schule Varel. Am Mittwoch gab es Hähnchenschenkel mit Paprikagemüse und Kartoffeln, zum Nachtisch Obst. Jugendliche der Praxisklasse 9c stehen seit dieser Woche selbst an den Kochtöpfen und bereiten das Mittagessen für ihre Mitschüler und Lehrer vor. Bisher lieferte ein Catering-Service das Essen an.

Wie die zehn Jugendlichen Gemüse putzen, Obst schneiden oder auch Fleisch zubereiten, lernen sie bei Koch und Ergotherapeut Oliver Zipfel aus Neuenburg. „Ich habe große Lust, den Kindern das Kochen beizubringen“, sagt der 38-Jährige, der abends in einem Lokal in Friedeburg am Herd steht. Es gehe aber nicht nur ums Kochen, sondern auch um Konzentration, Ausdauer, Wahrnehmung und Frustrationstoleranz. „Die Jugendlichen sollen merken, dass es im Berufsleben anders zugeht als in der Schule“, erläutert Zipfel, der dienstags, mittwochs und donnerstags von 8.45 bis 12.15 Uhr mit den Schülern kocht. An diesen Tagen laufen die Nachmittagsangebote im Rahmen der Ganztagsschule.

Doch mit dem Kochen ist es nicht getan, berichten die beiden Klassenlehrerinnen Anke Bargstedt und Ulrike Marks. Die Schüler geben das Essen in der Mensa auch selber aus, kassieren das Geld und rechnen ab, spülen, reinigen die Küche, planen den Speiseplan und kaufen ein.

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Am Mittwochmorgen waren Tom Martens (18) und Anke Bargstedt auf dem Vareler Wochenmarkt. Sie haben Kartoffeln, Paprika, Blumenkohl, Zitronen und Äpfel eingekauft. Ansonsten kaufen die Schüler auch im Supermarkt und beim Großhändler ein. 55 bis 60 Essen gehen dreimal die Woche über den Tresen. Das Projekt ist in der Schülerfirma „Schönes und Leckeres“ angesiedelt.

„Mit der neuen Mensa wollten wir auch ein pädagogisches Konzept verbinden“, sagt Schulleiter Egon Damrau. „Wir wollten die Praxisklasse schaffen, weil es Schüler gibt, die über die praktische Arbeit besser zugänglich sind und so auch die Theorie lernen.“ Er hofft, dass die Schule den Jugendlichen auf diesem Wege zu Praktika in Betrieben verhelfen kann und vielleicht sogar zu Ausbildungsstellen. Klassenlehrerin Ulrike Marks hat bereits jetzt festgestellt, dass die 15- bis 18-jährigen Schüler und Schülerinnen in der Küche sehr motiviert bei der Sache sind.

Dass das Projekt überhaupt gestartet werden konnte, liegt nicht nur daran, dass der Landkreis die Stelle für den Koch bewilligt hat. Es musste auch eine Küche her. Die Ausstattung dafür wurde laut Damrau mit Unterstützung der Gertrud-und-Hellmut-Barthel-Stiftung, der Oldenburgischen Landschaft und des Fördervereins der Pestalozzi-Schule angeschafft.

Damit die Schüler und Lehrer, die in der Mensa essen, nicht meutern, weil das Essen nicht schmeckt, können sie nach jedem Essen abstimmen. In der Mensa stehen drei Gläser mit grünen, gelben und roten Aufklebern. Wem es geschmeckt hat, legt eine Erbse in das Glas mit dem grünen Aufkleber. Die Abstimmung zum Auftakt fiel sehr positiv aus.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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