ZETEL Ein Pulk aufgeregter Jugendlicher empfängt die Gäste eines etwas anderen Cafés in der Haupt- und Realschule in Zetel. „Seniorencafé“ heißt das Angebot der Neuntklässler der Realschule, die in der lichtdurchfluteten Mensa Kaffee, Tee und Kuchen servieren und auf Wunsch sogar Gesellschaftsspiele zur Verfügung stellen. Mit viel Herzblut und einer Spur jugendlicher Unsicherheit bedienen sie die meist zwei Generationen älteren Besucher und erzählen von „interessanten Erlebnissen“.

„Letztlich kam die Idee von den Schülern selbst. Sie haben sich Gedanken gemacht und sich gefragt, welche Angebote in Zetel fehlen“, berichtet Thorsten Grube, der als Wirtschaftslehrer an der Haupt- und Realschule für die Betreuung des Projekts zuständig ist. Nach der achten Klasse entscheiden sich die Schüler für ein bestimmtes Profil. Eines dieser Profile ist das Profil Wirtschaft, in dessen Rahmen den Jugendlichen Schlüsselqualifikationen wie das selbstständige, wirtschaftliche Handeln vermittelt werden sollen. Und so gründeten sie im November 2011 eine Schülerfirma und das Projekt Seniorencafé wurde ins Leben gerufen, das mit einem Adventskaffeetrinken begann. Zwei Jahre lang, die neunte und zehnte Klasse hindurch, wird das Projekt die Schüler nun begleiten. Jede Woche setzten sie sich vier Stunden außerhalb des regulären Unterrichts zusammen. Außer in den Ferienzeiten möchte man bald wöchentlich in die neu gebaute Mensa einladen.

In der Küche nebenan tummeln sich derweil die Mitglieder der Bereiche Verkauf und Marketing – denn natürlich hat die Schülerfirma mit ihren 18 „Mitarbeitern“ auch ihre eigenen Abteilungen, vom Einkauf über die Vermarktung bis zum Vertrieb. Deren Zusammenspiel bestimmt den wirtschaftlichen Erfolg des Seniorencafés. Genau wie in jedem anderen Café. Eine gewisse Ernsthaftigkeit hat das Ganze also durchaus: Die Schüler stecken mit etwas Eigenkapital in dem Projekt, bekommen einen Stundenlohn und backen selber Kuchen.

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Die jungen Bedienungen schwirren umher, nehmen Bestellungen entgegen, schenken Kaffee aus und treffen sich dann wieder in der Küche. Dass auf etwa ein Dutzend Gäste noch ungefähr halb so viele Bedienungen kommen, tut dem Ganzen keinen Abbruch. Mit der richtigen Werbe-Strategie kommt auch der angestrebte Erfolg, sind sich Thorsten Grube und die Schüler einig. Der Lehrer gibt das Ziel aus: „Wir wollen eigentlich da hinkommen, regelmäßig um die 30 Gäste zu haben.“

Die Besucher des Cafés kommen zumeist aus von den Schülern angesprochenen Altenheimen in der Umgebung. Dazu gehört auch der Weberhof, wo Thea Hakvoort in einer betreuten Wohneinrichtung lebt. Sie sei zum ersten mal hier, berichtet sie, ist aber voll des Lobes für die „sehr netten“ Schüler. „Demnächst werde ich wieder kommen“, verkündet sie freudig bei Kaffee und Kuchen. Nach dem Essen kniffelt sie dann noch mit den anderen Senioren. „So kommen sie auch mal raus“, freut sich der stellvertretende Geschäftsführer der Schülerfirma, Jannik Boyn.

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