SILLENSTEDE Spannenden Geschichtsunterricht erlebten jetzt die Kassen 4a und 4b der Grundschule Sillenstede: auf dem Stundenplan stand die dörfliche Heimatkunde. Dabei erlebten die Mädchen und Jungen die Geschichte ihres Heimatortes Sillenstede hautnah. Schulleiterin Claudia Bonkowske hatte als fachkundige Referenten Doris Wolken und Heino Albers vom örtlichen Chronikkreis gewonnen, die das Thema recht lebendig angingen.

Zunächst gab es Unterrichtsstunden „in Theorie“: Dabei erzählten die beiden Gäste von den Anfängen des Ortes, warum er genau an dieser Stelle am Übergang von der Geest zur Marsch entstanden ist und wie sich das örtliche Leben im letzten Jahrtausend langsam entwickelt hat. Angesprochen wurde der Bau der bekannten St.-Florian-Kirche und die Bildung des Kirchspiels Sillenstede und natürlich auch das Schulwesen und viele andere Dinge.

Zwei Tage später wurde es mit dem praktischen Teil für die Kinder noch viel interessanter. In Begleitung von Doris Wolken und Heino Albers sowie ihrer Schulleiterin und Lehrer Jens Pfahl ging es durch den Ort. Zunächst ging es am „Hühnerberg“ vorbei, einer mittelalterlichen Warf zwischen der Jeverschen Landstraße und der Grafschafter Straße, die eigentlich Hühnenberg heißt. Die Warften sind als Schutz vor dem Hochwasser aus der Marsch bekannt. Aus welchem Grund die Menschen früherer Jahrhunderte diese Erhebung auf der Geest geschaffen haben, ist bis heute nicht erforscht.

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Nächste Station war der alte Feuerlöschteich am Garten der Pastorei. Hier erzählten die beiden Heimatfreunde über den Feuerschutz. Feuerwehren gab es noch nicht, alle Einwohner des Ortes mussten eine „Eimerkette“ bilden und hatten nur wenig Chancen, das Feuer erfolgreich zu bekämpften. Deutlich wurde aber auch, dass die Gemeinschaft noch viel mehr gefragt und gefordert war als heute.

An den beiden Ehrenmal für die Gefallenen wurde an die Schrecken der Kriege im 19. und 20. Jahrhundert erinnert. Dann ging es in die Dicktonnenstraße, an der das erste Rathaus der Gemeinde Sillenstede und eine große Anzahl von Gaststätten gestanden haben. Die „dicken Tonnen“ für das dorthin angelieferte Bier haben der Straße allerdings nicht ihren Namen gegeben. Vielmehr war hier früher das Ende des Ortes und der Übergang zur Marsch. Dort vor dem Deich (plattdeutsch: „Diek“) waren die Gärten (plattdeutsch „Thun“) der Dorfbewohner und der Weg dorthin wurde daher „Diekthunweg“ genannt, den man heute mit Deichgartenweg übersetzen müsste.

An der Kirche und dem Glockenturm sind die unterschiedlichen Baumaterialien noch deutlich zu sehen. Beide stehen in einem deutlichen Abstand zueinander. Dazwischen muss nach den Erkenntnissen von Historikern einmal die Vorgängerkirche, vermutlich aus Holz gebaut, gestanden haben.

Letzte Station des Rundgangs war das alte Schulhaus, in dem heute der Chronikkreis und andere Vereine des Ortes untergebracht sind. Vor 55 Jahren wurde diese Schule geschlossen und durch den Schulbau am Deepsdammer Weg ersetzt.

In den Räumen des Chronikkreises zeigten Doris Wolken und Heino Albers dann Hausrat früherer Generationen und erzählten vom beschwerlichen Leben ohne die Errungenschaften der Neuzeit vom elektrischen Strom über Computer bis zum Handy.

Viele Nachfragen der Kinder während dieses Vormittags zeigten das große Interesse der Kinder, die sich vielfach Aufzeichnungen anfertigten.

Diese NWZ-Serie erläutert unterschiedliche Themen in den Schulen und verfolgt, wie Lernziele umgesetzt werden.

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