Bildung

Schüler brauchen Plan vom Arbeitsleben

Christopher Hanraets
Redaktion Friesland

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    Beim Berufsinformationstag am Lothar Meyer Gymnasium berichteten Jan Janocha (links) und Andreas Welk über die Berufe des Fluglotsen und des Piloten.

    Bild: Christopher Hanraets

Am LMG konnten sich die Schüler über Berufe informieren. Aber werden sie auch auf die Arbeitswelt vorbereitet?

Varel Das Abi in der Tasche – und dann? Damit Schüler nach dem Abschluss nicht ganz ohne Plan sind, veranstaltet das Lothar-Meyer-Gymnasium (LMG) jedes Jahr für alle Elftklässler einen Berufsinformationstag. 18 potenzielle Arbeitgeber, die Jade Hochschule, die Universität Vechta und die Arbeitsagentur informierten die Schüler darüber, was sie später machen können.

„Im Grunde ist es ein Treffpunkt für beide – die Betriebe, die auf der Suche nach Nachwuchskräften sind und die Schüler, die wissen wollen, was sie für die Berufe können müssen“, erklärte Hauke Danker, Lehrer am LMG. Manchmal sei die Abinote gar nicht so entscheidend. Stattdessen komme es eher auf bestimmte Fremdsprachenkenntnisse oder andere Fähigkeiten an. Zudem könnten die Schüler Fragen stellen.

Aber wie steht es eigentlich um die Berufsvorbereitung am Gymnasium? Bereitet die Schule wirklich auf die Arbeitswelt vor? Lehrer, Schüler und die Vertreter der Unternehmen haben da unterschiedliche Ansichten.

 die Lehrer

Lehrer Hauke Danker und der stellvertretende Schulleiter am LMG, Clemens Pauer, sagen: „Ja“ – wenn auch mit einem „Aber“. „Das Gymnasium hat in erster Linie die Aufgabe zur Allgemeinbildung und die Schüler auf das Studium vorzubereiten. Die Berufsvorbereitung ist nicht unsere Kernaufgabe“, erklärt Pauer.

Dennoch: „Wir stehen zunehmend in der Verantwortung auch Berufsvorbereitung zu machen, weil immer mehr Eltern ihre Kinder an die Gymnasien schicken. Die können nicht alle studieren“, ergänzt Danker. Deshalb werde auch die Berufsvorbereitung am Gymnasium wichtiger. In Zukunft soll die Berufsorientierung im Politikunterricht eine größere Rolle spielen. Dafür werde extra Unterrichtszeit eingeplant.

Am LMG gebe es aber bereits Praktika, Bewerbungstrainings im Deutschunterricht und andere berufsvorbereitende Maßnahmen wie etwa eine Management-Simulation.

die Schüler

Auf das Berufsleben vorbereitet fühlen sich die Elftklässler Alexa, Max und Dennis nicht. „An anderen Schulen lernen die Schüler auch wie man zum Beispiel seine Steuererklärung macht. Wir lernen, was eine Kurvendiskussion ist", erklärt Max. Die würden später die Wenigsten gebrauchen. „Man bekommt den Eindruck, dass nur Stoff angehäuft werden soll“, sagt Alexa. Und Dennis ergänzt: „Der Schulalltag ist etwas realitätsfern.“ Umso wichtiger sei aber deshalb so ein Berufsinformationstag.

 Die Referenten

Fluglotse Jan Janocha und Pilot Andreas Welk haben ihre Berufe beim Informationstag am LMG vorgestellt. Beide sind selbst am Lothar-Meyer-Gymnasium zur Schule gegangen und haben 1994 hier ihr Abitur gemacht.

Rückblickend habe die Schule sie durchaus auf ihre Berufe vorbereitet, sagen sie. „Als Schüler erschließt es sich ja nicht gleich, wozu man später die Integralrechnung können muss. Aber in meinem Beruf finde ich eigentlich aus jedem Bereich etwas, dass ich heute bei der Arbeit brauche“, erklärt Welk.

Und auch Janocha stimmt dem zu, sagt aber: „Ich glaube, dass ich besser darauf vorbereitet war. Die, die jetzt zu uns kommen sind zwar fachlich keineswegs schlecht, aber es mangelt bei einigen am persönlichen Umgang. Vielleich war die Schule früher strenger.“

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