Schortens Bäume stehen für Langlebigkeit – und von der Krone bis zur Wurzel für die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Diese Symbolik fanden vier Schülerinnen der Inte­grierten Gesamtschule Friesland-Nord in Schortens als Motiv besonders passend für ihr Projekt mit den Bewohnern des Awo-Heims an der Mozartstraße. Im Vorfeld malten die jungen Frauen die Bäume auf farbigen Grund. Die Heimbewohner durften dann ihren Fingerabdruck als Blätter der Bäume hinzufügen, denn sie sollten Lebendigkeit ausstrahlen und nicht kahl wirken.

Die 18-jährige Wenke Reents erklärt dazu: „Wir haben uns alle zusammen das Motiv ausgedacht. Der Baum ist es letztendlich geworden, weil er als Symbol des Lebens einen hohen Wiedererkennungswert besitzt und idyllisch wirkt.“

Die Idee traf zuvor auf eine positive Resonanz: Viele der Bewohner machten sogar Witze darüber, dass ihre Fingerabdrücke für die „Kriminalpolizei“ gespeichert werden sollten. Martha Polter ist eine der vielen Bewohner, die gern mitmachen, sagt aber auch: „So etwas will ich nicht in meinem Zimmer hängen haben“ – das wiederum brachte alle zum Lachen.

Die Schülerinnen Wenke Reents, Annika Gärtner (18), Benita Schlossarek (19) und Saskia Hinrichs (18) machten sich zusammen mit ihrem Tutor Christian Klingbeil und der Awo-Mitarbeiterin Linda Müller am Donnerstag auf, um die restlichen Fingerabdrücke auf den verschiedenen Stationen einzusammeln. Einfach war das manchmal nicht, wenn sich Patienten aufgrund des Aufgebots überfordert fühlten. Da bewiesen die jungen Frauen Feingefühl und Anteilnahme.

Bei der Bemalung der Fingerkuppen mit wasserlöslicher Acrylfarbe gab es aber auch witzige Momente. „Einer der Bewohner steckte sich den bemalten Finger in den Mund, statt ihn auf der Leinwand zu platzieren“, erzählt Benita Schlossarek amüsiert.

Insgesamt hat den Schülerinnen das Projekt, für das sie ihre freie Zeit in den Herbstferien geopfert haben, Spaß gemacht. „Fast alle Bewohner haben mitgemacht und den Bäumen Blätter gegeben, soweit sie es aus eigener Kraft oder mit Hilfe von uns noch tun konnten. Es war schön zu sehen, wie glücklich sie die Aufmerksamkeit und das fertige Bild gemacht haben“, sagt Annika Gärtner.

Das Projekt war Teil des Seminarfachs der Integrierten Gesamtschule in Schortens, das den künstlerischen und sozialen Aspekt abdeckte. In mehrere Gruppen aufgeteilt, übernahmen die Schüler die Bemalung einer von insgesamt fünf Leinwänden, die in den nächsten Tagen auf den fünf Stationen des Awo-Heims für alle Bewohner gut sichtbar aufgehängt werden sollen. „So können wir den Bewohnern ein wenig Abwechslung und Farbe in den Alltag bringen“, freut sich Wenke Reents.

Unterstützt wurde das schulische Sozialprojekt der IGS von der Volksbank in Schortens, die die Farbe, Pinsel und Leinwände spendiert hat. Die Reste der Farbe dürfen die Bewohner der Awo für weitere Malfreuden behalten.

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