Sande Sprachkurse, Hilfe bei der Wohnungssuche und Behördengängen sowie Hilfe bei der Ausbildungsplatz- und Jobsuche: Sandes Integrationslotsen sind im Laufe der Jahre zwar weniger geworden, aber der harte Kern von heute, zehn Lotsen, ist weiterhin engagiert dabei. Erst vor wenigen Tagen ist eine Familie mit zwei Kindern neu nach Sande zugewiesen worden und versucht sich nun, mit Hilfe der Integrationslotsen in der neuen und noch fremden Umgebung zurechtzufinden.

Neuer Standort erste Wahl

Als eine sehr gute Entscheidung hat sich der Umzug des Sozialen Kaufhauses von der Breslauer Straße an die Hauptstraße und somit mitten hinein ins Ortszentrum erwiesen, berichtet Edith Wahn­baeck auf der Jahreshauptversammlung der Integrationslotsen. „Der Laden profitiert vom neuen Standort. Wir erzielen höhere Einnahmen und können somit wiederum weitere Projekte für die Integrationsarbeit anschieben und finanzieren.“ Der Laden unter dem Namen Sander Kaufhaus wird von zwölf ehrenamtlichen Mitarbeitern und einigen Praktikanten geführt. Auch einige Flüchtlinge helfen im Laden mit. Unter anderem mit einer Änderungsschneiderei.

Aktuell kümmern sich die Sander Lotsen um 140 Flüchtlinge. Es gebe viele Erfolge. Etliche ihrer Schützlinge seien inzwischen in Lohn und Brot, verdienen ihr eigenes Geld, unter anderem in der Landwirtschaft, im örtlichen Handwerk oder in Zeitarbeitsfirmen. Die Arbeitgeber seien sehr zufrieden. „Aber es gibt natürlich auch Flüchtlinge, die keine Lust haben, die ohne von den Lotsen an die Hand genommen zu werden, allein überhaupt nicht aktiv werden“, hieß es auf der Versammlung.

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Sprachkurse in Eigenregie

Ständiges Thema sind die Sprachkurse, von denen viele nicht zustande kommen, weil zu viele Anbieter um zu wenige Teilnehmer buhlen. „Wieso arbeitet man da nicht zusammen und versucht so wenigstens, die Kurse vollzubekommen“, kritisierte Julia Leck aus dem Kreis der Lotsen. Zudem seien bei den Sprachkursen oftmals Frauen die Leidtragenden, weil die in dieser Zeit keine Kinderbetreuung hinbekommen beziehungsweise die Betreuung nicht bezahlt wird. Edith Wahnbaeck und Karin Mehl haben daher Alphabetisierungskurse und DeutschSprachkurse in Eigenregie organisiert, die in den regelmäßigen Kursen von Bildungsträgern wie VHS und IBIS nicht untergekommen waren. „Aber das kann keine Lösung von Dauer sein“, sagen die Lotsen. Zumal dieses improvisierte Angebot aus organisatorischen Gründen nur einmal pro Woche stattfinden konnte.

In diesem Jahr sind im Sommer wieder einige Feste geplant. Außerdem wollen die Lotsen eine Streuobstwiese mit Bienenfutterinseln anlegen. Für jede Familie, die nach Sande gekommen ist und dort verwurzeln will, soll ein Obstbaum nach Wahl gepflanzt werden.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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