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ZETEL /VAREL Wegen der desolaten Stadtfinanzen in Hildesheim sollen Schüler dort ihre Klassenräume künftig selber putzen (die NWZ berichtete). Die regulären Putzkräfte kämen von April an nur noch zweimal in der Woche zum Reinigen der Räume, hatte Stadtsprecher Horst Richter dazu erklärt.

Schulträger gefragt

Für den Leiter der Haupt- und Realschule Zetel, Manfred Bohlken, ist das eine undenkbare Vorstellung. „Gemäß Schulgesetz ist der Schulträger für die sächliche Ausstattung der Schule verantwortlich. Dazu gehört auch die Reinigung der Schule“, sagte Bohlken am Donnerstag auf Anfrage der NWZ. Wenn Kommunen aus Sparsamkeitsgründen diese Arbeit auf Schüler abschieben wollten, sehe er darin eine Geringschätzung der Arbeit der Schule. Bohlken: „Die Aufgaben der Schule haben sich in den letzten Jahren erheblich vergrößert. Nicht nur der Lernstoff will vermittelt werden, sondern die Schule betreibt Berufsorientierung, Präventionsarbeit im Bereich Gewalt, Alkohol und Drogen. Sie führt mit den Schülerinnen und Schülern Klassenfahrten durch, absolviert ein Berufspraktikum, bietet Lehrgänge in ,Erster Hilfe‘ und ,Mofaführerschein‘ an. Und diese Liste ist nicht abschließend vollständig.“

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Hygienische Gründe

Natürlich, so der Schulleiter, werde auch auf die Mülltrennung und die Sauberkeit in den Klassenräumen und Fluren der Schule geachtet. Aber, so Bohlken, „wenn Schüler jetzt auch noch aus finanziellen Gründen ihre Schule selbst reinigen sollen, stellen die Kommunen sich ein Armutszeugnis aus und belasten die Schule mit Aufgaben, die eindeutig Aufgaben des Schulträgers sind.“ Besonders auch aus hygienischen Gründen sei die Reinigung der Schule durch professionelle Kräfte unbedingt notwendig. Er hoffe jedenfalls, dass solche Überlegungen wie in Hildesheim „nicht von unserem Schulträger angestellt werden“.

Vareler Modell

„Es kann nicht sein, dass der Schulträger sich aus der Verantwortung zieht“, kommentiert Antje Schönborn, in Varel zuständig für Schulen, Kultur und Sport. Schüler sollten wohl „Papierkörbe leeren – aber nicht saubermachen. Das sehe ich kritisch“. Allerdings gibt es in Varel schon ein Modell, bei dem Schüler zu Reinigungsarbeiten herangezogen werden. An der Haupt- und Realschule Varel gibt es eine Vereinbarung mit Stadt und Kreis, wonach einige Bereiche nur jeden zweiten Tag von Reinigungskräften gereinigt werden, an den anderen Tagen übernehmen das die Schüler. Betroffen sind Klassenräume und Räume in den Obergeschossen, erläuterte Schulleiter Anton Garen. Die Schüler unterstützen mit Schaufel und Besen die Reinigung in den oberen Geschossen, das Erdgeschoss und die sanitären Einrichtungen werden jedoch täglich von Fachkräften gereinigt.

Ganztagsbetreuung

Hintergrund der Vereinbarung: Durch die eingesparten Personalkosten wird Betreuungszeit bei der Essensausgabe in der Mensa finanziert. Schulleiter Garen sieht das kritisch: „Das halte ich nicht für glücklich.“ Die Mensa sei ja ein Ergebnis der – zurzeit noch eingeschränkten – Ganztagsbetreuung, wie sie an der HRS Varel an drei Tagen praktiziert wird. „Grundsätzlich muss der Schulträger sich im klaren sein, dass die Ganztagsbetreuung nicht zum Nulltarif zu bekommen ist.“

Pro Tag werden in der Mensa des Schulzentrums Varel übrigens 60 bis 100 Essen ausgegeben.

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