Jever /Hannover Das Kultusministerium in Hannover sieht in der Anweisung, dass am Mariengymnasium Jever der Pflichtunterricht trotz Lehrermangels erteilt werden muss, keinen Eingriff in die Eigenverantwortlichkeit der Schule. Wie berichtet, hatte die Schule angesichts fehlender 90 Wochenstunden geplant, anteilig am Pflichtunterricht, am Ganztag, am Förderunterricht und an den Sprachlernklassen zu sparen, um überhaupt Förder- und Sprachunterricht erteilen zu können.

„Eine auskömmliche Unterrichtsversorgung und die Erteilung des Pflichtunterrichts haben oberste Priorität“, teilte am Mittwoch eine Sprecherin der Ministerin in Reaktion auf den offenen Brief von Insa Hörnle und Anja Cotte mit.

Die beiden Lehrerinnen des Mariengymnasiums hatten Kultusministerin Frauke Heilgenstadt (SPD) aufgefordert, dass Schulpolitik keine Propaganda bleiben dürfe, sondern auch in der Realität verankert werden müsse. Beide beklagen, dass der Schule von vornherein zu wenig Lehrkräfte zugewiesen worden seien. Deshalb kann kein Sprachunterricht stattfinden – Flüchtlingskinder mussten auf andere Schulen verteilt werden – Förderunterricht fällt aus. „Betroffen sind schwerpunktmäßig Schülerinnen und Schüler, die schon benachteiligt sind. Gute Schule und gerechte Bildungschancen lassen sich so nicht umsetzen“, kritisieren Insa Hörnle und Anja Cotte.

„Wir begrüßen es sehr, dass sich Lehrkräfte Gedanken machen, wie zur Verfügung stehende Ressourcen aufgeteilt werden können, und sind dankbar für ihre Unterstützung“, heißt es aus dem Ministerium: Zugleich werden die Kritikpunkte der beiden als falsch zurückgewiesen. Denn laut Aktionsplänen des Kultusministeriums sind Schulen in Niedersachsen ausreichend Stunden für Inklusion und Sprachunterricht sowie Sozialarbeit zugewiesen worden. Die konkrete Situation am Mariengymnasium müsse nun geprüft werden.

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