„Es macht Spaß, etwas auszuprobieren, was man in der Grundschule noch nicht gemacht hat“, freut sich Fenja. Im Chemie-Raum experimentiert sie am Bunsenbrenner mit einem Glasrohr, das sich bei genügend Temperatur verformt. Nach den Sommerferien werden für sie die Räume im naturwissenschaftlichen Trakt der Elisa-Kauffeld-Oberschule Jever zur wöchentlichen Routine gehören.

Ob sie dann noch immer so viel Freude an Periodensystemen und Reaktionsgleichungen haben wird oder doch einen der anderen Fachbereiche der Schule für sich entdeckt, bleibt abzuwarten. Doch gerade im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich setzt die Oberschule Akzente. „Das Profil Technik ist nicht allzu häufig an anderen Schulen zu finden“, erklärt Fachbereichslehrer Moritz Breiter.

Im Rahmen des Technik-Unterrichts bauen Schüler eigenständig Maschinen wie eine Automatisierungsanlage. Für die begeisterten sich Piet, Bent, Hauke, Leif und Phil: Die fünf Jungen freuen sich bereits auf ihren Wechsel an die weiterführende Schule und staunen nicht schlecht, wenn ihnen die älteren Schüler die Anlage erklären, die durch computergesteuerte Schaltkreise ein maschinelles Fließband nachstellt – auch wenn noch nicht alles klappt. „Nur für den Tag der offenen Tür die Lösung preiszugeben, wollte ich nicht“, sagt Lehrer Breiter schmunzelnd, während seine Schüler an der Perfektion ihres Geräts tüfteln.

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Musikalische Präsentationen gab es im Foyer, eine Gruppe von Schülern druckten das Schullogo auf Stofftaschen. Nicht nur die Lehrer, auch die Schüler stehen hinter ihrer Schule.

Deutlich wurde das auch bei Präsentationen des Sprachunterrichts. Sprache steht an der Oberschule inzwischen sowieso an erster Stelle. Mit der Sprachlernklasse leisten die Kollegen um Schulleiterin Berta Paasman einen ersten entscheidenden Beitrag zur Integration: „Viele Kinder kannten noch nicht einmal unsere Schrift, das ist schon eine große Aufgabe“, sagt sie.

Die Bemühungen wissen die Flüchtlingskinder zu schätzen, die in einem Klassenraum ihre Landesspezialitäten präsentieren. Sie kommen aus Syrien, Albanien und anderen Staaten. „Wir sind alle unterschiedlich lange hier, haben mehr oder weniger Schwierigkeiten mit der Sprache, aber das klappt schon noch“, ist Melidon zuversichtlich. Er hat wenig Schwierigkeiten, sich auszudrücken, anders als manch andere Schüler, die erst seit kurzem hier sind. Aber „wir helfen uns schon“, sagt er.

Nach und nach werden die Schüler in den Fachunterricht integriert, berichtet die Schulleiterin. Nur den Sportunterricht machen bereits alle mit. Sei es am Anfang noch schwer gewesen, die nötigen Kapazitäten für den Unterricht aufzubringen, gehe es inzwischen besser voran, so Paasman, die sich trotzdem mehr Unterstützung der Landesschulbehörde wünscht. „Es sind ja nicht nur die klassischen Flüchtlingskinder, die unsere Sprache lernen müssen“, sagt sie mit Blick auf Kinder, die aus EU-Staaten zugezogen sind.

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