Jever Was haben Kinder und Jugendliche im 19. Jahrhundert gelesen, wie hat sich die Literatur für junge Leute im Lauf der Jahrhunderte gewandelt? Dieser Frage sind Schülerinnen und ein Schüler des Seminarfachkurses „Kinder- und Jugendliteratur“ am Mariengymnasium nachgegangen.

Ausstellung

Die Ausstellung zu Kinder- und Jugendliteratur wird am Dienstag, 1. November, um 19.30 Uhr durch die Schülerinnen des Seminarfachkurses in der Bibliothek des Mariengymnasiums eröffnet. Dann ist sie auch für Interessierte zugänglich.

Rund eineinhalb Jahre lang haben die Zwölftklässlerinnen mit Lehrerin Dr. Anja Beleman-Smit geforscht und gelesen, dabei ihre erste wissenschaftliche Arbeit verfasst – und nun auch eine Ausstellung konzipiert.

Zurückgreifen konnten die jungen Leute dabei auf den Bestand der Bibliothek der Schule – darin finden sich Bücher für Kinder und Jugendliche quer durch die Zeit. Bei der Auswahl unterstützt hat sie auch Bibliothekarin Heide Ilchmann.

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Festgestellt haben die Schülerinnen, dass sich in den Kinder- und Jugendbüchern früher und heute komplett unterschiedliche Erziehungs- und Bildungsansätze gegenüberstehen. Auch das Bild von Kindheit und Jugend unterscheidet sich deutlich.

Geschlechterrollen

„Im 19. Jahrhundert waren Abschreckung und Bestrafung der Erziehungsansatz – der Struwwelpeter ist ein typisches Beispiel“, erklärt Hanna Maria Paul. Dem gegenüber stehe ein positiver Belohnungsansatz, der in der Aufklärung zu finden war.

Als frühestes Beispiel für Kinder- und Jugendliteratur sind in der Ausstellung Werke von Christian Heinrich Wolke (1741 bis 1825) zu finden. Wolke, Pädagoge der Aufklärung, stammte aus Jever, war zunächst Lehrer am Mariengymnasium und wechselte 1774 ans Philanthropin in Dessau, später nach St. Petersburg.

Er verfasste zahlreiche Schriften zum Erziehungsalltag, bemühte sich um Rechtschreibung, ums Lesenlernen, um die Jugendliteratur und um die Methodik des Rechnens. Wichtig war ihm auch die geschlechtliche Aufklärung.

Die „Weihnachtsmärchen“ von Luise Büchner (1821 bis 1877) werden bis heute gelesen. Hanna Maria Paul hat sich insbesondere mit den verschiedenen Mädchenfiguren in den Märchen befasst. „Die Geschichten gelten als sehr emanzipiert für diese Zeit“, meint sie. Aus heutiger Sicht indes ist das Frauenbild der Schriftstellerin und Frauenrechtlerin eher sehr altmodisch.

Mit „Vater ist Im Kriege“ – Ein Bilderbuch Und Gedichtsbuch Für Kinder (1918) von Rudolf Presber hat sich Jacob Habben befasst. Ihn fasziniert, wie Kinder im Ersten Weltkrieg schon früh militarisiert und mit nationalistischem Gedankengut gefüttert wurden.

Moderne Vielfalt

Und heute? Da ist die Kinder- und Jugendliteratur vielfältig und thematisch vielseitig: „Simpel“, Jugendbuch der französischen Autorin Marie-Aude Murail von 2004 handelt von einem geistig behinderten jungen Mann, der gemeinsam mit seinem Bruder in eine Wohngemeinschaft zieht. Sarah Hoin hat das Buch analysiert mit Blick auf die Hürden der Inklusion.

Und mit dem Bild der Meerjungfrau in Sagen und Mythen und aktueller Literatur hat sich Maja Roos befasst. „Die Art, wie Meerjungfrauen dargestellt werden, hat sich stark gewandelt“, meint sie mit Blick auf heutige Serien wie „Emilys Geheimnis“ über eine Zwölfjährige, die sich in eine Meerjungfrau verwandeln kann.

Poesie-Alben aus alter Zeit, Panini-Sammelalben aus dem Zweiten Weltkrieg, altes Spielzeug, Kuscheltiere – all das haben die Schülerinnen zusammengetragen, um es gemeinsam mit Beispielen aus Kinder- und Jugendliteratur zu präsentieren.

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Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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