Jever „Hallo ihr Lieben! Heute reden wir in der Schule über das Thema Mülltrennung“: Zwei Mädchen stehen auf der Bühne direkt vor dem Rathaus Jever und filmen sich mit dem Handy selbst: „Hashtag Ihh“. „Wenn Ihr das auch so eklig findet, leitet es weiter mit dem Hashtag ,Ihh‘.“

Mit einer Aktion auf dem Wochenmarkt haben Jugendliche ihr Projekt „Xperimenta“ am Freitag öffentlich vorgestellt und abgeschlossen. Thema: Müll und seine Vermeidung. Seit April liefen die Planungen für die Ferien-Projektwoche im Jugendhaus Jever. Rund 25 Jugendliche im Alter von elf bis 15 Jahren sowie junge Erwachsenen und professionelle Teamleiter präsentierten ihre Ergebnisse den Passanten – und sie hatten viele Zuschauer, die sie für Müllvermeidung interessieren konnten.

Wie berichtet, widmete sich die kostenlose Projektwoche unter dem Motto „Ferien auf den Ostfriesischen Plastikinseln“. Dazu hatten sich drei Gruppen zusammengefunden: Eine Gruppe gestaltete eine Collage aus Gegenständen des täglichen Gebrauchs aus Plastik, aus recycelten und wiederverwendbaren Materialien wie Glas oder Bambus. Außerdem zeigten die Jugendlichen stolz ihre aus umfunktionierten Autoreifen aufgestapelten Tische und Körbe aus zusammengerolltem Zeitungspapier.

Zu jeder vollen Stunde zeigte die dritte Gruppe ihr selbst erarbeitetes Theaterstück über Nachhaltigkeit. Darin reisen die Jugendlichen an einen Strand und müssen feststellen, dass die Meeresbewohner den Unmengen an Plastikflaschen und -Tüten weichen mussten.

Und alles wird von der Dokumentationsgruppe audiovisuell für die „Xperimenta“-Party am Abend festgehalten.

Detlef Berger, einer der Initiatoren des Projekts und Jugendpfleger Jevers, ist begeistert: „Es läuft besser als erwartet. Die Kinder sind allesamt zu einer richtigen Gemeinschaft zusammengewachsen.“ Ihm ist bewusst, dass es unbequem ist, den Alltag so umzustellen, dass Plastik vermieden wird. „Aber ich lebe es der Gruppe vor und die Kinder sind aufgeschlossen für neue Ideen. Zum Beispiel haben wir während der Vorbereitungsphase zusammen vegetarisch gekocht und gegessen, da der Fleischkonsum wesentlich zum Klimawandel beträgt. Ich bin gespannt, zu welchen Diskussionen es innerhalb der Familien nun kommen wird.“

60 Prozent des Plastikmülls wird verbrannt, weiß Umweltpädagogin Insa Pohlenga, 70 Prozent an Plastik könnte jedoch vermieden werden, wenn man einige Dinge gegen wiederverwertbare Materialien austauschen würde. Pohlenga lobt das „große Engagement“ der mitwirkenden Kinder und Jugendlichen.

In dem Projekt lernten die Mädchen und Jungen von und miteinander. Mehrere Jugendliche, die schon in den vergangenen Jahren an den Umwelt-Projektwochen des Jugendhauses teilgenommen hatten, waren die Teamer und hatten die Woche vorbereitet.

Berger sieht trotz der wachsenden Anzahl an Müll und dem Auftauen von Permafrostböden Hoffnung für seine Kinder und die, die noch geboren werden: „Durch die mediale Aufmerksamkeit, die Greta Thunberg und die Fridays for Future-Bewegung auslöst, findet durchaus ein Umdenken statt. Wir alle müssen daher unseren Beitrag leisten.“

Lena (14) freut sich, dass so viele Wochenmarktbesucher stehen geblieben sind und sich alles angeschaut haben. Kein Wunder – sorgten die Jugendlichen doch mit lautem Ruf für Aufmerksamkeit: „Wir haben die Wahl“ riefen sie gemeinsam von der Bühne.

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