Großeinsatz in Cloppenburg
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Jever Den Bienen ist es völlig egal, ob ihre Stöcke ein Dach überm Kopf haben. Aber die Imker der Schulimkerei „Schlossergold“ in Jever sind sehr dankbar dafür, dass sie mit Blick auf den bevorstehenden Herbst und Winter etwas geschützt ihre Arbeit tun können. Der „beste Hausmeister der Welt“ – Eckhard Prahl – hat für die Imkerklasse der Friedrich-Schlosser-Schule im Schulgarten einen Bienenstand gebaut.

„Wunderschön – schaut Euch das Ständerwerk an“, schwärmt Alexandra Genster. Und wie bestellt, setzt zur offiziellen Einweihung Nieselregen ein – schon wird jedem klar, warum die Schulimker ein Dach überm Kopf brauchen.

Schlossergold und Schlosserwachs

Neben der Schulimkerei „Schlossergold“ gibt es an der Friedrich-Schlosser-Schule Jever die Schülerfirma „Schlosserwachs“: Sie produziert für andere Klein-Imkereien Mittelwände für die Bienenstöcke.

Die Mittelwände bestehen aus Bienenwachs, die in Holzrähmchen eingelötet sind. Dazu benötigt man mehrere Kilo Bienenwachs im Jahr. Die Qualität des Wachses hat Einfluss auf die Stabilität der Waben, die Reinheit des Honigs und die Gesundheit der Bienen. „Bei uns geben Imker ihr eigenes Blockwachs ab und die Schüler gießen Mittelwände“, erklärt Projektleiterin Alexandra Genster.

Dank Spenden des Schul-Fördervereins, der August-Desenz-Stiftung und der Sparda-Bank Münster konnten eine weitere Gießanlage und ein Wachsklärbehälter angeschafft werden. Damit können zwei verschiedene Mittelwand-Größen produziert werden. „Unsere ersten Kunden waren mit den Ergebnissen sehr zufrieden – das freut uns natürlich“, sagt Alexandra Genster.

Infos und Kontakt: Alexandra Genster, a.genster@fss-jever.de

„Schlossergold“ heißt die Imkerei, die vor drei Jahren gegründet wurde – und zwar auf Wunsch der Schülerschaft. „Damals ging es darum, zu entscheiden, in welchem Bereich im Umweltschutz sich die Schule engagieren soll“, berichtet Genster: „Die Schüler sagten: ,Wie wäre es mit Bienen.‘ Also habe ich mich zur Imkerin ausbilden lassen.“

Vier Bienenvölker

Die Schulimkerei hat sich mittlerweile sehr gut entwickelt. Vier Bienenvölker sind in den grünen Kisten zuhause. Der produzierte Honig ist heiß begehrt – im Frühjahr standen die Bienenkästen in Haddien in Reichweite eines Rapsfelds, so gibt es an der Friedrich-Schlosser-Schule zurzeit Rapshonig.

„Die Schülerinnen und Schüler lernen schnell, wie mit den Bienen umzugehen ist“, hat Alexandra Genster festgestellt. Das Summen an den Stöcken tut ihnen gut. Es wirkt beruhigend und fördert ganz offensichtlich auch die Konzentration.

Die jungen Imker besuchen die Abschlussstufe des Schulzweigs „Geistige Entwicklung“ der Schlosser-Schule und sind zwischen 15 und 19 Jahre alt. Beim Imkern betreut und angeleitet werden sie von Lehrerin Alexandra Genster und der pädagogischen Fachkraft Serena Falkenhof. „Die Imkerei macht Spaß“, sagt Sophie. „Aber nur, wenn das Wetter halbwegs schön ist.“

Zurzeit werden die Bienenvölker durch Einfüttern und Behandlung gegen die Varroamilbe bereits auf den Winter vorbereitet. „Einfüttern müssen wir, weil wir den Bienen ja den Honig wegnehmen“, erklärt Alexandra Genster.

Schulleiter Hans-Dieter Broek ist jedenfalls begeistert von seiner Schulimkerei und von der Handwerkskunst seines Hausmeisters. „Das ist ein wahres Schmuckstück im Schulgarten“, lobte er Hausmeister Eckhard Prahl, der gelernter Zimmermann und Tischler ist. Für den Bau hatte die Firma Brader den Großteil des Holzes, die Firma Nöth die Dachziegel gespendet.

„Wenn es summt und brummt, ist Natur direkt erfahrbar“, meint Broek. Er ist fasziniert davon, wie schnell seine Schülerinnen und Schüler die Angst vorm Gestochenwerden abgelegt haben. „Alle können sicher mit den Bienen umgehen – wie die Profis.“

Angetan von dem Projekt ist auch Berta Paasman, Schulleiterin der Nachbarschule. „Sie ist wichtig, weil wir mit ihr ja über die Flugrechte verhandeln müssen“, scherzt Alexandra Genster. Und tatsächlich fliegen die Bienen der Schlosser-Schule natürlich auch die Blüten auf dem Gelände der Elisa-Kauffeld-Oberschule an.

Auch auf ihrem Schulgelände legen die Mädchen und Jungen der Friedrich-Schlosser-Schule übrigens Wert auf Bienen- und Insektenfreundlichkeit: Im vergangenen Herbst haben sie 100 Quadratmeter Rasenfläche umgegraben und mit Saatgut vom Landkreis eingesät.

Dort ist eine Insektenweide entstanden – sozusagen direkt vor der Haustür der Bienenkästen. Auch einen Kirschbaum haben die Schülerinnen und Schüler dort gesetzt. Aus den Grassoden haben sie einen Hügel angelegt – dort sollen Stauden und Kräuter wachsen.

Wachswaben-Produktion

Parallel zur Schulimkerei Schlossergold betreut Alexandra Genster auch die Schülerfirma „Schlosserwachs“: Dort werden mit Hilfe von Gießanlagen Wachsmittelwände für die Bienenkästen gegossen. „Indem der Imker seinem Volk fertige Wachswaben zur Verfügung stellt, spart er ihnen Arbeit – sie haben mehr Zeit, Honig zu produzieren“, erklärt die Imkerin.

Zur Produktion der Wachswaben wird stets das eigene Bienenwachs verwendet: „Bienen schwitzen winzige Wachsplättchen aus, mit denen sie dann basteln“, sagt Genster: Pro Volk fallen jedes Jahr etwa 1 Kilogramm Wachs an.

Profi-Firmen nehmen von Imkern erst Wachsmengen ab 100 Kilo ab – deshalb kommt die Produktion der Schülerfirma „Schlosserwachs“ insbesondere kleinen Imkern zugute.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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