Varel „Ik bün Mohamad un bün negen Johr old.“ Sich auf Platt vorzustellen, ist für Mohamad kein Problem. Und beim Lesen plattdeutscher Texte gehört der Neunjährige aus Varel sogar zu den Besten der Region: Beim 27. plattdeutschen und saterfriesischen Lesewettbewerb im Oldenburger Land hat er in seiner Altersklasse den dritten Platz belegt.

„Er hätte einen Platz noch weiter vorne verdient“, sagt Lieselotte Meyer, die ihm in der Plattdeutsch-Arbeitsgemeinschaft der Grundschule Osterstraße in Varel Platt beibringt. Aber die Jury habe angemerkt, dass Mohamad zwar perfekt Platt lese, aber eben Plattdeutsch nicht als Muttersprache spreche. „Woher denn auch“, kritisiert Lieselotte Meyer das Argument der Jury.

In Mohamads Familie wird kein Platt gesprochen. Sein Vater hat libanesische Wurzeln und die Mutter kommt aus Schweden. Der Vater, dem das Plattdeutsch seiner Arbeitskollegen so gut gefällt, hatte seinen Sohn in der Plattdeutsch-AG der Schule angemeldet.

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Zuerst war Mohamad skeptisch, aber jetzt ist er mit Begeisterung dabei, neben Deutsch, Arabisch, Englisch und Schwedisch auch noch Platt zu lernen. Der Neunjährige weiß ganz genau, wozu das gut ist: „Ich möchte Arzt werden, dann kann ich mit meinen Patienten in ihren Sprachen sprechen.“ „Cool“ findet er viele plattdeutsche Wörter wie „Büx“ und „Ies“, und auch die Einfachheit der Sprache gefällt ihm.

Und noch einen weiteren Zweck könnte es erfüllen, wenn man Platt kann, überlegt Mohamad: „Ich könnte mit meinen Freunden Platt sprechen, dann hätten wir eine Geheimsprache und kein anderer kann uns verstehen.“ So hält er es auch mit Arabisch: „Wenn kein anderer wissen soll, was wir sagen, spreche ich mit meinem Cousin Arabisch.“

Mohamad möchte nach der vierten Klasse aufs Lothar-Meyer-Gymnasium wechseln und hofft, dass es dort auch eine Plattdeutsch-AG gibt, damit er bald nicht nur perfekt lesen, sondern auch perfekt Platt sprechen kann.


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Traute Börjes-Meinardus Redakteurin / Redaktion Varel
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