Varel /Obenstrohe Die Einrichtung einer von Eltern finanzierten außerschulischen Nachmittagsgruppe in der Grundschule Obenstrohe ab dem kommenden Schuljahr (die NWZ  berichtete) soll ein erster Schritt auf dem Weg zur Ganztagsschule sein. Das ist nicht nur der Wunsch der Eltern, die den Antrag auf Einrichtung des Angebots an den Rat der Stadt Varel stellten, sondern auch der Politiker, die am Dienstagsabend im Schulausschuss berieten.

Die Grundschule Obenstrohe hat noch keinen Antrag auf Einrichtung als Ganztagsschule gestellt. Laut Schulleiter Markus Kaup habe es mit der Stadtverwaltung aber bereits erste Gespräche gegeben. „Wir sind gewillt, aber wir müssen diesen Weg mit dem Schulträger gemeinsam gehen“, betonte Kaup. Doch das könne man nicht „von heute auf morgen“ realisieren.

Mensa ein Problem

„Das Konzept ist derzeit räumlich kaum umsetzbar“, sagte Wilfried Albertz, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Soziales. „Für den Schulträger entstünden hohe Kosten“, betonte Kaup. Vor allem die Einrichtung einer Mensa sei schwierig.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Bislang war für einige Kinder eine Nachmittagsbetreuung in Zusammenarbeit mit dem Kindergarten St. Michael in Obenstrohe ermöglicht worden. Diese wurde aus organisatorischen Gründen nun eingestellt – auch weil der Bedarf an Betreuungsplätzen stark gestiegen ist.

Die Situation ist also akut. „20 Kinder würden ab diesen Sommer nach Schulschluss auf der Straße stehen“, sagte Daniela Winkler aus Obenstrohe. Aus diesem Grund initiierte sie gemeinsam mit dem Elternvertreter Manuel Pinn das Projekt. „Es ist aus der Not heraus geboren“, sagte die Mutter, deren Tochter Sophie die zweite Klasse der Grundschule in Obenstrohe besucht. Dabei gehe es den Eltern nicht um eine Ganztagsbetreuung. „Bis 14 Uhr würde uns schon reichen“, sagte Daniela Winkler.

Sie organisierte eine Unterschriftenliste, mit der sich die Elternschaft bei Bürgermeister Gerd-Christian Wagner für die Umsetzung der Nachmittagsbetreuung stark machte. „Dabei kam heraus, dass bei 40 Kindern Bedarf besteht“, sagte Winkler: „Dafür wären die Eltern auch bereit, einen Kostenbeitrag zu leisten.“

1500 Euro pro Woche

Für diesen Einsatz bedankten sich die Ausschussmitglieder. Dennoch kam es aufgrund der Kostenübernahme durch die Eltern zu Diskussionen. „Kinder sollten das Angebot unentgeltlich wahrnehmen können“, sagte Dorothea Weikert (SPD), die sich bei der Abstimmung enthielt (zehn Ja-Stimmen, keine Gegenstimme). Auch Georg Ralle (SPD) betonte: „Selbstzahlung sollte nicht zum Selbstverständnis werden.“

Wilfried Albertz bezifferte die Kosten für eine pädagogische Betreuung auf drei Euro pro Kind und Stunde. „Bei 50 Kindern und zehn Betreuungsstunden wöchentlich kommen 1500 Euro pro Woche zusammen“, sagte er.

Rudi Böcker (BBV) schlug vor zu prüfen, „ob das Angebot nicht kostenlos sein könnte“. Das geht aber wohl nur, wenn die Grundschule Obenstrohe eine Ganztagsschule wird. „Wenn sie das will, unterstützen wir das und schauen, wie man das realisieren kann“, sagte Hergen Eilers (CDU). Das sei auch im Sinne der Eltern. „Das wäre natürlich eine optimale Lösung“, sagte Daniela Winkler.

Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.) / Redakteur
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.