Borgstede Mit einem großen Fest feierten Schüler und Lehrer der Grundschule am Sonnabend Abschied. Einen Abschied für immer, Abschied von ihrer Schule. Die Grundschule Borgstede wird wegen ständig abnehmender Schülerzahlen in Varel geschlossen, so wie es schon mit der Grundschule Altjührden geschehen ist.

18 Kinder wechseln

Bereits im vergangenen Schuljahr wurden in Borgstede keine neuen Erstklässler mehr eingeschult und die Viertklässler wechseln sowieso an weiterführende Schulen, so sind vom Wechsel zur Grundschule Langendamm nur 18 Schulkinder und die Lehrer betroffen.

Die Kinder sehen das etwas gelassener als ihre Lehrer. Schulleiterin Miriam Engels-Isigwe konnte während ihrer Ansprache die Tränen nicht unterdrücken. „Unsere schöne Grundschule wird die Türen bald endgültig schließen.“ Sie wünschte den Schülern alles Gute auf dem weiteren Schulweg. „Ihr seid einfach toll und unverwechselbar“, und dankte den Eltern „für das Vertrauen, dass ihr uns bei der Arbeit mit euren Kindern geschenkt habt.“ Ein kleiner Trost sei, dass die Schule weiterhin von Schülern belebt wird. Die zum Waisenstift Varel gehörende Von-Aldenburg-Schule wird hier zukünftig 40 Grundschulkinder mit Förderbedarf unterrichten.

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Zum Abschiedsfest hatte sich die Schule in eine mittelalterliche Burg verwandelt, Wappen und Fahnen schmückten das Gebäude und zahlreiche Ritter und Edelfrauen wandelten über das Gelände. Darauf hatten sich die Kinder, Eltern und Lehrer der Schule ein halbes Jahr lang vorbereitet.

In Arbeitsgemeinschaften wurden Burgen gebaut, Wappen gestaltet, mittelalterliche Spiele ausprobiert, Kleidungsstücke genäht und Lederbeutel hergestellt. Am Sonnabend wurden sie von einem mittelalterlichen Heerlager unterstützt. Dazu hatten Gaukler, Schmied, Handwerker und Bogenschützen ihre Zelte auf der großen Wiese aufgeschlagen. Natürlich waren auch die Heereskrieger da, diese nahmen als erstes den Statthalter Gerd-Christian Wagner fest, legten ihn in Ketten und ließen ihn erst frei, als er den Kindern ein Eis versprochen hatte.

Gelungene Befreiung

Die gelungene Befreiung feierten alle Kinder mit einem Tanz auf dem Schulhof. Anschließend zeigten sie den vielen Besuchern die während einer Projektwoche entstandenen Dinge. Sie flochten Körbe, töpferten Tonbecher oder bauten kleine Burgen. Mittelalterlich ging es mit verschiedensten Spielen oder Bogenschießen weiter. Neuzeitlicher war die Verpflegung, Kameraden der benachbarten Freiwilligen Feuerwehr Borgstede grillten Würstchen.

Unter den Besuchern war auch der 100-jährige Hermann Pieper, der die Schule noch als Neubau kennt. Er wohnt in der Nachbarschaft und wurde 1921 hier eingeschult. Während seiner acht Schuljahre besuchte er nur zwei Klassen. „Es gab nur eine Ober- und Unterklasse“, berichtete der rüstige Herr und erzählte auch vom Torfofen und seinen Rohrstockerfahrungen.


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