Großeinsatz in Cloppenburg
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Autohaus-Mitarbeiter Im Krankenhaus
Großeinsatz in Cloppenburg

Bockhorn 7.30 Uhr am Morgen. Die Sonne ist noch nicht ganz aufgegangen, es ist dunkel. Mit neongelber Weste und Winkelkelle stehen die Jugendlichen zu zweit am Straßenrand an der Oberschule Bockhorn. Sie halten Ausschau nach Schülern, die in dem Gewirr von Autos nicht über die Straße kommen und achten darauf, dass niemand dort parkt, wo eine Gefahrenstelle ist. „Selbst bei strömendem Regen stehen sie draußen und bleiben am Ball“, sagt Schulsozialarbeiterin Jasmin Wittkowski.

Schüler stoppen Autos

Insgesamt sind an der Oberschule Bockhorn 20 Schülerlotsen im Einsatz. „Zehn von ihnen sind neu dabei“, sagt Jasmin Wittkowski. Bevor die Acht- bis Zehntklässler als Lotsen eingesetzt werden, müssen sie eine Ausbildung im Straßenverkehr absolvieren. „Dafür setzen wir fünf Unterrichtseinheiten an“, sagt Eugen Schnettler. Der Präventionsbeauftragte des Polizeikommissariats Varel geht mit den Schülern wichtige Paragrafen durch und bringt ihnen bei, wie sie den Anhalts- und Bremsweg von Fahrzeugen einschätzen können. „Die trockenen Paragrafen sind schon anstrengend“, gibt der Oberkommissar zu.

Am Ende muss jeder Schüler eine schriftliche und eine praktische Prüfung ablegen. Bei der praktischen Prüfung müssen die zukünftigen Lotsen unter anderem auf der Straße stehen und ein Auto anhalten. „Es ist für sie erst ein unangenehmes Gefühl, dort zu stehen, wenn ein Auto auf einen zukommt“, weiß Eugen Schnettler. Damit die Jugendlichen nicht übersehen werden, werden sie von der Landesverkehrswacht mit einer Weste, Jacke und Schirmmütze in neongelb sowie einer Winkelkelle ausgerüstet.

Nachdem die Schüler die Ausbildung bestanden haben, machen sie eine Woche lang mit einem erfahreneren Lotsen Dienst, „um Erfahrungen auszutauschen“, sagt Jasmin Wittkowski.

Einer, der bereits seit drei Jahren dabei ist, ist der Gruppensprecher der Schülerlotsen Tom Jost. Als er in die achte Klasse kam, meldete er sich direkt für die Ausbildung zum Schülerlotsen an. „Ich habe schon vorher von dem Programm gehört, aber man muss mindestens in der Achten sein.“ Für ihn ist der Dienst als Schülerlotse sehr wichtig, „damit die Kinder sicher über die Straße und zur Schule kommen“, sagt Tom                         Jost.

Das Schülerlotsen-Programm wurde 2013 ins Leben gerufen. Damals hätte die Parksituation zu Gefährdungen im Straßenverkehr geführt, „besonders vor der Grundschule an der Hauptkreuzung standen viele Autos“, sagt Eugen Schnettler. Seit es die Schülerlotsen gibt, würde dort niemand mehr parken. Und wenn doch einer auf die Idee kommt, dort sein Auto abzustellen, würden die Schülerlotsen den Leuten sagen, dass sie wegfahren müssen.

Dass das Programm funktioniert, da sind sich Jasmin Wittkowski und Eugen Schnettler, sicher, denn: „Seitdem gibt es keine Unfälle mehr“, so der Oberkommissar. Allerdings dürfen die Schüler nicht den Verkehr regeln, betont Eugen Schnettler: „Wenn im Verkehrsfluss eine Lücke entsteht, stellen sich die Schülerlotsen dort hin, damit ihre Mitschüler sicher über die Straße kommen.“

Schnelle Elterntaxis

Dass der Dienst nicht immer einfach ist, weiß die Schülerlotsin Michelle Barghop: „Eigentlich bleiben die Autofahrer immer stehen, aber es gibt auch manchmal Ungeduldige, die schnell ihr Kind zur Schule bringen wollen.“

Bis 8 Uhr stehen die Schülerlotsen jeden Morgen vor ihrer Oberschule. Danach heißt es schnell sein, damit sie noch pünktlich zum Unterricht erscheinen. Denn auch, wenn die Schülerlotsen fit im Verkehr sind, gibt es noch viele andere Sachen zu lernen.

Soeke Heykes Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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