OBENSTROHE Dass ein Lehrer 37 Jahre lang seinen Beruf ausübt, ist keine Seltenheit. Dass ein Lehrer aber 37 Jahre an derselben Schule unterrichtet und dann in Pension geht, kommt nicht alle Tage vor. Udo Ehlers, Konrektor der Haupt- und Realschule Obenstrohe, kann dies aber von sich behaupten. Am 6. August 1970 startete er dort als Lehrer. An diesem Mittwoch geht er im Alter von 60 Jahren wegen des Altersteilzeitmodells vorzeitig in den Ruhestand.

In den vergangenen fünf Jahren hat der Lehrer für Sport, Erdkunde und Physik zu geringeren Bezügen voll gearbeitet. In den nächsten fünf Jahren braucht er dafür nicht mehr zu arbeiten, erhält aber seine geringenen Bezüge weiter, bis er mit 65 offiziell in Pension geht. „Udo Ehlers und Obenstrohe – das ist eine besondere Beziehung“, sagt der 60-Jährige von sich selber, der in Obenstrohe aufgewachsen ist. „Ich fühle mich in Obenstrohe und in dieser Schule total wohl.“ Deshalb wollte er auch nie an eine andere Schule wechseln.

„Die 37 Jahre waren eine schöne Zeit. Ich bedauere nicht eine Minute“, meint Ehlers, „auch wenn der Beruf des Lehrers im Laufe der Jahre sehr viel anstrengender geworden ist.“ Die Aufgabenvielfalt sei derart breit geworden, dass er manchmal Angst gehabt habe zu unterrichten.

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Seine Entscheidung, Lehrer zu werden, hat Udo Ehlers nach eigenem Bekunden nie bereut. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn du Kindern etwas beigebracht hat und später siehst, was aus ihnen geworden ist. In meinem Berufsleben habe ich immer wieder positive Rückmeldungen erhalten.“

Dabei wollte Udo Ehlers ursprünglich gar kein Lehrer werden, sondern Maschinenbau studieren. Gelernt hat er nach der Schule zunächst Maschinenschlosser bei den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW), heute Airbus.

Udo Ehlers war eigentlich schon auf dem Sprung zur Fachhochschule nach Wilhelmshaven, als ihn der damalige Rektor der Volksschule Obenstrohe, Reinhold Hartmann, auf eine Sportlehrerausbildung aufmerksam machte. „Ich war ein guter Leichtathlet und ein noch besserer Handballer“, sagt Ehlers. Dem TuS Obenstrohe, dessen Vorsitzender er seit acht Jahren ist, ist er stets treu geblieben. Dabei habe er als Handballer Angebote aus höheren Ligen gehabt. Ehlers: „Damit konnte man aber kein Geld verdienen.“ So wurde Ehlers doch noch Sportlehrer, begann 1970 in Obenstrohe zu unterrichten, ging von 1974 bis 1976 noch für zwei Jahre zum Erdkunde-, Physik- und Sportstudium an die Pädagogische Hochschule Lüneburg und kehrte anschließend wieder nach Obenstrohe zurück. Aus der Mittelpunktschule wurde eine Volksschule, dann eine Hauptschule (und eine Sekundarschule) mit Orientierungsstufe, heute ist sie eine Haupt- und Realschule.

In seinen 37 Jahren hat Udo Ehlers so manchen Posten bekleidet. Er war Personalratsvorsitzender, Vertrauens- und Beratungslehrer der Schüler, Stufenleiter in der Orientierungsstufe und – eine Woche lang Rektor. „Das war aber ein Versehen der Schulbehörde“, schmunzelt Ehlers. Er sei damals OS-Stufenleiter gewesen, und eigentlich sollte der damalige Konrektor Jürgen Plorin das Amt des Rektors übergangsweise bekleiden, bis der heutige Schulleiter Michael Warg seine Stelle antrat.

Seit November 2003 ist Konrektor und damit „Innenminister“, wie Warg meint. Zu Ehlers Aufgabenbereich, für den er sechs Stunden pro Woche vom Unterricht freistellt wurde, zählen unter anderem der Stundenplan der Haupt- und Realschule sowie der Vertretungsplan der Lehrer.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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