Oldenburg Zu kaum einem anderen Thema findet man Meinungen, die soweit auseinandergehen und so fest in den Köpfen verankert sind. Worauf die einen schwören, wird von den anderen verachtet: Die Rede ist von homöopathischen Arzneimitteln.

Leonard Püschel (18) war während seiner Schulzeit als Redakteur der Schülerzeitung LFZ der Liebfrauenschule Oldenburg aktiv. Ansonsten gehört Fußball zu seinen Hobbys. (Foto: privat)

Streit gibt es vor allem darüber, inwiefern diese Mittel über den Placebo-Effekt hinaus wirksam sind und wie sie wirken. Ersteres kann durch Statistik untersucht werden. Letzteres kann durch biochemische Prozesse im Körper erklärt werden. Bei einem guten Medikament sollten beide dieser Kriterien erfüllt sein. Mindestens aber sollte das Medikament statistisch wirksam sein, da Wirkmechanismen im menschlichen Körper noch manchmal nicht vollständig erklärt werden können.

Wie steht es also um die Homöopathie? Offenkundig ist, dass es bisher keinen wissenschaftlichen Konsens darüber gibt, wie homöopathische Arzneimittel wirken könnten. Angesichts dessen, dass bei hochpotenzierten Mitteln rechnerisch kein einziges Molekül des Wirkstoffes im Medikament enthalten ist, verwundert dies nicht. Wie sieht es mit der Statistik aus? Hierzu hat die Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie mehrere Studien, die homöopathische Mittel mit reinen Placebos verglichen haben, ausgewertet und zu einer Metastudie zusammengefasst.

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Das Ergebnis ist ziemlich peinlich: Insgesamt neun Studien werden zur Bewertung herangezogen. Davon liegt die Anzahl der Teilnehmenden im Schnitt bei 64 Personen. Es ist sehr schwierig, bei einer solch geringen Menge statistisch stichhaltige und allgemeingültige Aussagen zu treffen. Nur eine von neun Studien kann ein Ergebnis feststellen, das eindeutig zugunsten der Homöopathie gegenüber dem reinen Placebo-Medikament ausfällt. Diese Studie ist umstritten, da eine Blutvergiftung behandelt wurde, wo ohnehin konventionelle Medikamente angewendet wurden, und ihr Autor heute Vorsitzender der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie ist.

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Es gibt also keine wissenschaftliche Grundlage, wie und dass die Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus wirkt. Dennoch ist dieser sehr wichtig. Er wird durch eine gute Beziehung zwischen Arzt und Patient verstärkt und kann bei recht milden Krankheitsverläufen vorteilhaft sein, da er nebenwirkungsfrei ist. Allerdings auf Basis der eigenen Empfindung zu behaupten, dass homöopathische Arzneimittel besser wirken als Placebos, ist eine Anmaßung und Leugnung gegenüber der Wissenschaft, die das Gegenteil bewiesen hat.

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