Zunächst einmal: Ich hoffe sehr, dass ich ein Ally bin. Allerdings fühlt es sich nicht richtig an, mich selbst zu einem zu ernennen, zumal das „Ally sein“ ein stetiger Prozess ist. Doch was ist überhaupt ein Ally? Ein Ally der LGBTQIA+-Community ist eine Person, die der Community selbst nicht angehört, also heterosexuell ist, diese aber aktiv unterstützt und nicht nur toleriert.

Autorin dieses Beitrages ist Luissa Freund. Die 19-Jährige hat die 13. Klasse der KGS Rastede absolviert. (Foto: privat)

Dazu gehört, sich über Themen wie zum Beispiel die richtige Verwendung von Pronomen zu informieren, aber auch zu lernen, dass es unmöglich ist nachzuempfinden, wie zum Beispiel Menschen sich fühlen, deren Pronomen unbewusst, aufgrund von der Gesellschaft festgelegter Konstrukte – Äußerlichkeiten betreffend – oder sogar bewusst nicht respektiert werden. Jedoch informiert man sich gerade bei sensiblen und privaten Themen nicht bei einer Person der Community selbst, denn nur weil man glaubt, dass eine Person vielleicht in der Lage wäre eine Frage zu beantworten, ist man nicht berechtigt, in ihre Intimsphäre einzudringen.

Zurücknahme auf CSD

Auch geht es um Zurücknahme, zum Beispiel auf Christopher Street Days. Natürlich kann man als heterosexuelle Person einen CSD besuchen und so seine Unterstützung zeigen, allerdings sollte man sich nicht in den Mittelpunkt rücken und so die Aufmerksamkeit auf eine Personengruppe lenken, die ohnehin schon zu jeder Zeit zu Unrecht privilegiert wird, nur weil sie durch Zufall heterosexuell und cis ist.

Mir hat mal jemand gesagt, dass doch jede Person tun könnte, was sie wolle, man darüber aber doch nicht sprechen müsse. Aber nein, ich glaube nicht, dass dies der richtige Weg ist. Denn es kann eben nicht jede:r tun, was man möchte. In 15 Ländern stand Homosexualität 2020 noch unter Todesstrafe und auch in Deutschland geschehen immer noch Hassverbrechen gegen Personen der LGBTQIA+-Community. Die Probleme anderer Menschen zu ignorieren, nur weil sie einen selbst nicht betreffen, halte ich generell für falsch und unsolidarisch.

Zukunftsvision

In einer perfekten Welt, in der jeder Mensch lieben kann, wen diese Person möchte (oder auch niemanden) und in jeglicher Hinsicht den ihr zustehenden Respekt erhält, in dieser Welt müsste man über diese Themen nicht mehr sprechen. Da diese Version aber heute leider noch nicht der Realität entspricht, muss darüber gesprochen und vor allem schon in der Schule informiert werden, da sonst keine Chance besteht, diese Zukunftsvision zu erreichen.

Vielleicht haben Sie, liebe Leser:in in diesem Artikel etwas entdeckt, dessen Bedeutung Sie noch nicht kennen. Ich möchte Sie bitten, sich in einer ruhigen Minute die Zeit zu nehmen, es zu recherchieren und somit vielleicht ebenfalls den ersten Schritt in die Richtung dieser idealen Zukunftsvision zu tun.

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