Oldenburg Mit Fargo und True Detective haben es zwei unterschiedliche Krimi-Formate in unsere neue Liste und Serie geschafft.

 Fargo

Die Anthologie-Serie basiert lose auf dem gleichnamigen Film von Ethan und Joel Cohen aus dem Jahr 1996. Die Handlung der ersten Staffel spielt im Winter 2006 in Minnesota und gewinnt durch die Verkettung unglücklicher Umstände an Fahrt.

Der beruflich erfolglose Langweiler Lester Nygaard, der zudem noch in seiner Ehe äußerst unglücklich ist, lernt durch einen Zufall den Gangster Lorne Malvo kennen, der für ihn ungewollt Killer-Aufträge absolviert. So rutscht der nüchterne Kleinstadt-Loser recht rasch in eine ungeahnte Spirale der Gewalt. Die Geschichte der zweiten Staffel hängt nur sehr entfernt mit der ersten Zusammen und spielt 1979.

Und was macht Fargo nun so sehenswert? Es ist der unverwechselbare Look dieser Serie. Mitten im tief winterlichen Minnesota wird der Schnee in einer kleinen Stadt im Nirgendwo in einer Masse von Blut getränkt.

Brillant sind die Schauspieler: Martin Freeman, bekannt aus „Der Hobbit“, ist die perfekte Besetzung für den klassischen Loser-Typen, der immer mehr in den Schlamassel gerät.

Noch atemberaubender spielt allerdings Billy Bob Thornton, der als gewissenloser Gangster mit stoischer Ruhe und trockenem Humor die Serie ins Rollen bringt. Die zweite Staffel steht in Spannung und Schauspielvermögen — Kirsten Dunst spielt eine fragile Hausfrau — der ersten in nichts nach und nimmt Musik und Setting der ersten Staffeln besonderer Weise wieder auf.

Die Serie ist kostenlos abrufbar bei Netflix. Zwei Staffeln sind online, eine weitere ist in Produktion.

 True Detective

Im Zentrum der ersten Staffel dieser Crime-Serie, deren Staffeln nicht in Zusammenhang stehen, sind die Polizisten Rustin „Rust“ Cohle (Matthew McConaughey) und Martin Hart (Woody Harrelson), zu finden, die in Rückblicken sich an einen alten Mordfall erinnern.

Ihr Einsatzgebiet sind die unübersichtlichen Sumpflandschaften des amerikanischen Bundesstaats Louisiana. Im Jahr 1995 untersuchten sie genau dort einen Ritualmord an einer jungen Prostituierten. Parallel findet dann eine Handlung in der Gegenwart statt, in der die beiden Polizisten von Kollegen zu einem ähnlich Fall befragt werden.

Es kommt zu einer Verkettung der Vergangenheit mit der Gegenwart und immer mehr Abgründe der aktuell gebrochenen Freundschaft der beiden schwappen Richtung Tageslicht.

In der zweiten Staffel versuchen Raymond „Ray“ Velcoro (Colin Farrell), Antigone „Ani“ Bezzerides, (Rachel McAdams) und Paul Woodrugh (Taylor Kitsch), einen ähnlich düsteren Fall in Los Angeles zu lösen. Dabei steht ihnen aber unter anderem Wirtschaftsverbrecher Frank Semyon (Vince Vaughn) im Weg.

Und was macht die Serie so besonders?

Düster, düsterer, „True Detective“. Diese Kriminalfälle sind eine Wucht. Besonders die ersten zehn Episoden saugen den Zuschauer mitten hinein in die Psyche der grandiosen Hauptdarsteller und in die heiße, morbide Welt einer grausamen Mordserie in Louisiana.

Exzellent gelungen sind die Darstellungen der Protagonisten zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie die besonders überraschenden Wendungen und die unglaublich dunkle Atmosphäre der Serie. Die zweite Staffel ist zwar nicht so stark wie die erste, doch gerade wegen der überzeugenden Darsteller und der einmaligen Spannung können auch diese zehn Folgen mitreißen.

Alle Folgen sind ab 2,99 pro Folge bei Amazon Video abrufbar. Zwei Staffeln sind online, eine dritte ist bereits in Planung.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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