Leipzig Gleich zu Beginn fährt die Tierärztin Dr. Susanne Mertens mit großen staunenden Augen auf einem Boot durch ihren Zoo in Leipzig. Doch als sie aussteigt, weist sie einen Mitarbeiter auf diverse Unzulänglichkeiten hin. Sie ist nämlich jetzt auch die kommissarische Chefin des Zoos, nachdem der bisherige Direktor bei einem Unfall ums Leben gekommen ist.

Und auch in dieser Rolle nimmt sie kein Blatt vor den Mund: Den Auftritt eines schmierigen Stadtdezernenten nennt sie „reines Potenzgehabe“. Doch auch der Herr Bürgermeister (Frank Sieckel) zeigt sich hart und mahnt sie ab, weil sie mehrfach fehlerhafte Papiere verspätet abgegeben habe. Dann wird Dr. Roman Blum (Ralph Herforth) der neue Zoodirektor. Er gilt als fachlich kompetent, wirkt aber arrogant und aufbrausend.

Rücksicht auf ihr Privatleben nimmt die vielbeschäftigte Frau Dr. kaum. Endlich kehrt ihr Lebensgefährte, der Kinderarzt Dr. Christoph Lentz (Sven Martinek), von seiner Forschungsreise aus Brasilien zurück – und eröffnet ihr wenig später, dass er sich in eine andere Frau verliebt hat. Natürlich wirft sie ihn umgehend aus dem Haus.

Richtig nervig ist leider die endlose musikalische Untermalung (Musik: Thomas Klemm), und auch die ständig heulende Sekretärin (Marina Krogull).

Elisabeth Lanz (44) spielt die populäre Tierärztin sehr brav und routiniert, doch ohne großen Ecken und Kanten. Ansonsten bietet die gewohnte Mischung aus menschlichen und tierischen Dramen wieder viel solide Unterhaltung und etwas Wissensvermittlung.

Der Zuschauer erfährt beispielsweise einiges über tierische Erkrankungen und Verhaltensweisen. Etwa, als ein schwangerer Tapir unter Übelkeit leidet oder der Tiger Shir Khan Zahnschmerzen hat und behandelt werden muss. Die OP übernimmt Frau Doktor natürlich selbst.

Die Dialoge sind leider selten originell: Halbsätze wie „Wenn wir doch wüssten, was er hat ...“ bleiben einfach stehen – wobei die Antwort vermutlich „... dann wären wir jetzt schlauer“ lauten würde. Immerhin blitzt gelegentlich etwas Witz durch: „Er hat noch immer nichts gefressen.“ – „Dann geht’s ihm wie mir.“

Warum seit der Ausstrahlung der letzten Staffel gut drei Jahre vergangen sind, erklärt die zuständige MDR-Redakteurin Franka Bauer so: „In der ARD wird die Vielfalt und der Föderalismus gelebt, heißt, nicht nur ,Tierärztin Dr. Mertens’, sondern auch andere Serien wie zum Beispiel ,Mord mit Aussicht’, ,Um Himmels Willen’ oder ,Weißensee’ haben Ihren Platz am Dienstagabend.“ Die Entwicklung und Planung einer Staffel sei außerdem ein kreativer Prozess, der Zeit und Freiraum brauche.

Soll wohl heißen: Viel schneller wird es auch künftig nicht gehen. Die Produzentin der Serie, Susanne Wolfram, ergänzt: „Die Kombination aus spannender Familienserie und anrührenden Tierfällen ist ein Unikat, das gibt es so ja nicht noch mal im Deutschen Fernsehen. In meinem Kopf ist die sechste Staffel bereits geplant, aber auch nur da. Über eine Fortsetzung würde ich mich natürlich sehr freuen.“

Wenn es nicht wieder ein paar Jahre dauert, kann das der Zuschauer sicher auch.

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