Hamburg Die deutsche Weltumseglerin Heike Dorsch, deren Lebensgefährte in der Südsee ermordet wurde, hat erstmals die Verfilmung ihrer eigenen Geschichte gesehen. Für sie sei es „ganz komisch“ gewesen – und eine „verrückte Situation“, sich in dem Moment in gewisser Weise selbst zu sehen, sagte sie am Dienstag in Hamburg bei der Vorstellung der ZDF-Produktion „Blauwasserleben“. „Man muss schon versuchen, ein bisschen Abstand zu bekommen.“

Vom Täter gefesselt

Der 90-minütige Streifen, der am 15. März um 20.15 Uhr ausgestrahlt werden soll, entstand nach Dorschs gleichnamigem biografischem Bestseller. Er erzählt vom brutalen Ende der Weltumsegelung des Paares. Ihrem ums Leben gekommenen Partner Stefan ist der Film im Abspann auch gewidmet. Der Fall hatte im Herbst 2011 großes Aufsehen in der Öffentlichkeit erregt, auch weil zu Beginn von „Kannibalismus“ die Rede war.

Das Paar war auf einem Katamaran drei Jahre lang über die Weltmeere gesegelt. Auf der Südsee-Insel Nuku Hiva wurde aus dem Traum ein Albtraum: Stefan ging mit einem Einheimischen auf Ziegenjagd und kehrte nie mehr zurück. Als Heike sich auf die Suche nach ihrem Freund machte, fesselte der Täter sie an einen Baum und bedrohte sie. Sie konnte sich befreien und fliehen.

Ein Gericht in Französisch-Polynesien handelte im vergangenen Jahr den echten Fall ab: Der Südsee-Jäger wurde für schuldig befunden, den Weltumsegler – einen Unternehmensberater aus dem Pinneberger Raum – im Oktober 2011 ermordet, zerstückelt und verbrannt zu haben. Er erhielt 28 Jahre Gefängnis. Spekulationen über Kannibalismus bewahrheiteten sich nicht.

Was genau sich zugetragen hatte, ist nach wie vor unklar. „Ich weiß eben selber nicht, was passiert ist, und würde es gerne wissen“, sagte die 1974 geborene Dorsch. Sie war auch stark in die Dreharbeiten eingebunden.

Ihre Rolle im Film übernimmt Schauspielerin Stefanie Stappenbeck, zuletzt unter anderem als Til Schweigers Ex-Ehefrau im „Tatort“ zu sehen. Marcus Mittermeier („Bella und der Feigenbaum“) spielt Stefan.

In Reihe „Herzkino“

„Ich wollte keine Imitation von Heike erschaffen“, sagte Stappenbeck. Das Drehbuch folge zudem nicht genau dem Roman. So wird etwa im Film Hamburg zur Heimat von Heike, im wahren Leben ist es Würzburg. Dort lebe sie heute „wie jeder andere in Deutschland“, meinte Dorsch. Die Familie Stefans indessen kommt in der TV-Geschichte nicht vor – und auch Dorsch sagt sowohl in der Verfilmung als auch in der Realität dazu stets nur: „Die Eltern von Stefan würde ich gern raushalten.“

Zwei Tage nach der Ausstrahlung des Films von Regisseurin Judith Kennel in der ZDF-Sonntagabendreihe „Herzkino“ widmet sich am 17. März (22.15 Uhr) eine „37 Grad“-Dokumentation dem „Mord im Paradies“.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.