Berlin Intuitiv erkennt die glücklich verheiratete Mathematik- und Sportlehrerin Ines (Ann-Kathrin Kramer) das junge Mädchen, das als neue Schülerin in ihren Unterricht kommt. Clara (Alicia von Rittberg) ist ihre Tochter, die sie vor 16 Jahren nach der Geburt zur Adoption freigegeben hatte. Nicht einmal ihr Mann Boris (Hans-Jochen Wagner), von dem sie sich sehnlichst ein Baby wünscht, ahnt etwas von deren Existenz.

Ines reagiert kopflos – um ihrem Kind nahe zu sein, schleicht sie sich als Nachhilfelehrerin in Claras neue Familie regelrecht ein. Dass sie dabei ein Disziplinarverfahren riskiert, interessiert sie genauso wenig wie die Tatsache, dass sie ihren Mann nun wegen ihrer häufigen Abwesenheit belügt.

Der renommierte Regisseur René Heisig (52, „Schutzlos“) hat „Alles für meine Tochter“ inszeniert. Ein schwerwiegendes familiäres Geheimnis und dessen Einfluss auf die Identitätsbildung von Kindern stehen im Zen­trum des Films, der am Freitag um 20.15 Uhr im „Ersten“ läuft.

Das sonst ausgezeichnet besetzte Drama wirkt zunächst recht konstruiert, ist dann jedoch sehr klar und erfreulich unsentimental. Dabei fällt auch auf, wie viele Filme zum Thema Adoption oder verschwiegene Elternschaft derzeit gezeigt werden. „Am Ende der Lüge“ mit Katharina Böhm und Aglaia Szyszkowitz (4. April) und „Nach all den Jahren“ mit Simone Thomalla (15. Mai, beide ARD) sind nur zwei Beispiele.

Liegt es daran, dass die „normale“ Vater-Mutter-Kind-Familie immer weniger selbstverständlich wird?

„Das dürfte sicher ein Grund sein“, sinnierte Ann-Kathrin Kramer (47), „doch vielleicht ist auch das Verschleiern von Dingen heute ein besonderes Thema.“ Da sieht Kramer, zurzeit ein häufiger Bildschirmgast („Ein Sommer in Amalfi“), auch die wichtigste Botschaft des Films – in der Aufforderung, besser zu kommunizieren.

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