WEIMAR Fast 20 Jahre nach dem Mauerfall lebt die DDR fürs Fernsehen wieder auf: Hatten zunächst Filmkomödien wie „Sonnenallee“ oder „Good Bye Lenin!“ die Ost-West-Thematik entdeckt, wird nun ein ernster Blick zurück geworfen. Die ARD produziert ein deutsch-deutsches Drama, das 2009 zum 20. Jahrestag der Grenzöffnung ausgestrahlt werden soll. „Der Mauerfall“ erzählt die Geschichte einer durch einen Fluchtversuch auseinander gerissenen Familie.

Nach ihrer gescheiterten Flucht werden Heike (Katja Flint) und Ulrich Molitor (Edgar Selge) vor eine bittere Alternative gestellt: Sie können mit ihrem siebenjährigen Sohn in die Bundesrepublik ausreisen, müssen dann jedoch ihre zweijährige Tochter in der DDR zurücklassen und zur Adoption freigeben. Verweigern die Eltern die Zwangsadoption, bleiben beide auf Jahre im Gefängnis. Dann würde ihnen auch ihr Sohn weggenommen.

Die fiktive Geschichte basiert auf wahren Gegebenheiten und ist das Ergebnis umfangreicher Recherchen, sagte Regisseur Friedemann Fromm während der Dreharbeiten in Weimar. Der Film wird noch bis Ende Juli in Berlin, Leipzig und am früheren Grenzübergang Marienborn gedreht.

Die Produktion ist mit weiteren Schauspielern wie Ulrike Krumbiegel, Herbert Knaup und Renate Krößner hochkarätig besetzt. Für den WDR/MDR-Fernsehfilm wurden rund 30 Drehtage und Produktionskosten von 3,3 Millionen Euro angesetzt, sagte WDR-Programmbereichsleiter Gebhard Henke. Die Ausstrahlung werde von einer Dokumentation über die historischen Ereignisse 1989 begleitet.

Die deutsch-deutsche Geschichte hat derzeit Hochkonjunktur im Filmgeschäft. Der Berliner Privatsender Sat. 1 will noch in diesem Jahr „Der Untergang der DDR“ ausstrahlen.

Unterdessen hat eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Freien Universität Berlin ergeben, dass sich jeder Neunte in Berlin und Brandenburg die einstige innerdeutsche Grenze zurück wünscht. Der Aussage „Es wäre besser, wenn die Mauer noch stünde“, stimmten in West-Berlin 11 Prozent und in Ost-Berlin 12 Prozent der Befragten zu, berichtete der Politologe Oskar Niedermayer.

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