BERLIN Die frühere Fernsehmoderatorin Ilona Christen ist im Alter von 58 Jahren in der Schweiz gestorben. Die amtliche Mitteilung über ihren Tod sei am Freitag eingegangen, sagte der Gemeindeschreiber von Ennetbürgen im Kanton Nidwalden, Othmar Egli, der Schweizerischen Depeschenagentur. Ihrem Mann Ambros Christen zufolge soll die einstige ZDF- und RTL-Moderatorin an den Folgen einer schweren Blutvergiftung gestorben sein. Diese habe sich seine Frau nach einem Sturz zugezogen, sagte er der Zeitung „Sonntagsblick“.

Ilona Christen lebte seit ihrer Heirat 1982 mit dem Luzerner Bauunternehmer in der Schweiz und besaß auch die schweizerische Staatsangehörigkeit. Vor rund zehn Jahren hatte sie sich vom Fernsehgeschäft zurückgezogen.

Wechsel zu RTL

Die in Saarbrücken geborene Journalistin hatte am Anfang ihrer Karriere als erste Fernsehansagerin Deutschlands mit Brille Aufmerksamkeit erregt. 1983 wechselte Christen vom Saarländischen Rundfunk zum ZDF. Drei Jahre später wurde sie Gastgeberin des neu gegründeten ZDF-„Fernsehgartens“, den sie bis 1992 moderierte. Die Sendung brachte Christen diverse Auszeichnungen ein, darunter 1990 den Medien- und Fernsehpreis Bambi.

1993 wechselte die Journalistin zu RTL. „Frau Christen zählt nach Günther Jauch zu den sympathischsten Moderatoren Deutschlands“, hatte der Privatsender damals die Zusammenarbeit begründet. Mit ihrer werktäglichen Talksendung „Ilona Christen“ erreichte die Moderatorin im Durchschnitt rund 2,5 Millionen Zuschauer täglich. Anlässlich der 1000. Ausgabe ihrer Sendung kündigte Christen im November 1998 ihren Rücktritt an. Im folgenden Sommer übernahm Oliver Geißen den Nachmittagstalk.

Konzept der Provokation

Als Begründung für den Rückzug hatte Christen wachsenden Druck und sinkendes Niveau angegeben. Öffentlich kritisierte die Moderatorin die Entwicklung im täglichen Talkshow-Geschäft in Deutschland. In einem Interview sprach sie von einem Konzept der „Provokation als Attraktion“, deretwegen dem Format ein Schmuddelimage anhafte. Christen forderte damals einen runden Tisch aus Sendern, Werbewirtschaft und Medienwächter, um Kinder und Jugendliche vor Themen zu schützen, die „von Anfang an nur unter die Gürtellinie“ gehen sollen.

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