Berlin Auf einem Berliner Friedhof findet eine Beerdigung statt. Als die trauernde Witwe vom verblichenen Gemahl Abschied nehmen will, entfährt ihr ein spitzer Schrei: Auf dem Sarg liegt ein toter Mann. So beginnt die aktuelle Folge der Krimireihe „Ein starkes Team – Gestorben wird immer“, die an diesem Samstag (20.15 Uhr) im ZDF zu sehen ist.

Bei dem Toten handelt es sich um den Bestattungsunternehmer Sven Kreuzkamp (Jockel Tschiersch), der am offenen Grab erschossen wurde. Ihm gehörte das Institut „Letzte Reise“, gemeinsam mit seinem Partner Hermann Lichte (Uwe Ochsenknecht), der seinen Azubi Kai Erichsen (Timur Bartels) ganz schön triezt. Ihr Unternehmen bietet Dumpingpreise an und lässt schon mal Messinggriffe abschrauben, ehe der Sarg in der Erde verschwindet.

Die Kommissare Otto Garber (Florian Martens) und Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) finden rasch heraus, dass in der Berliner Bestatterbranche ein knochenharter Verdrängungswettbewerb herrscht: Auf 90 Verstorbene am Tag kommen 300 Bestatter. Kein Wunder, dass da Discount-Anbieter mit Schnäppchenpreisen gegen traditionsreiche Familienunternehmen antreten, die wiederum kaum noch existieren können.

Florian Martens agiert gewohnt brummig und darf als Kommissar beim Anblick des modernen Bestattungshauses sagen: „Ist das hier ein Reisebüro?“ Aber er erzählt auch vom würdevollen Begräbnis seiner Schwester. Sein Chef Reddemann (Arnfried Lerche) lacht über ein Witzchen wie „Warum leben, wenn man schon für 500 Euro unter die Erde kommen kann“.

Auch ansonsten sind hübsche Sätze zu hören: Stefanie Lentz (Maria Simon) ist die trauernde Tochter eines verstorbenen klassischen Bestatters, der sich nach seinem Ruin erhängt hat, und sagt den passenden Satz: „Auch Bestatter haben das Recht zu trauern“, während Sputnik (Jackie Schwarz) den Ermittlern eine Sterbeversicherung andrehen will mit dem Spruch „Zahle jetzt, stirb später“.

Nachdem erst kürzlich Stefanie Stappenbeck als Nachfolgerin der verstorbenen Maja Maranow in das Team gekommen ist, tritt in dieser Folge Matthi Faust (37) als Kommissar Sebastian Klöckner seinen Dienst an, als Nachfolger von Ben Kolberg (Kai Lentrodt).

Das Team aus dem bewährten Autor Leo P. Ard und Regisseur Thorsten M. Schmidt setzt ganz auf eine konventionelle, aber Spannung aufbauende Erzählweise mit diversen Wendungen und Nebenrollen, die sehr gut besetzt sind. Ganz nebenbei wird deutlich, was für einen emotionalen Zwiespalt es für viele Menschen bedeutet, wenn sie bei einer anstehenden Beerdigung vor allem auf die Kosten achten müssen.

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