München Ein Klischee zum „Tatort“ besagt, dass sich in der Krimireihe ein Mosaik deutscher Befindlichkeiten spiegelt, sortiert nach Regionen, gelegentlich gebrochen oder verstärkt durch die Schrulligkeit der Ermittler.

In Franken macht man sich an diesem Sonntag (20.15 Uhr im Ersten) an die Lösung des dritten Falles „Am Ende geht man nackt“. Dort drückt sich das Lokalkolorit bisher am ehesten noch durch gelegentliche Bilder pittoresker Altstädte und durch den Dialekt einiger Nebendarsteller wie Eli Wasserscheid oder Matthias Egersdörfer aus. Der Kabarettist Egersdörfer spielt den Leiter der Spurensicherung mit so offensiver provinzieller Gelassenheit, dass die Aufklärung des Falls scheinbar im Vorübergehen geschieht.

Im Grunde geht es auch um etwas anderes: um die oft traumatischen Erfahrungen Geflüchteter, die sie mit nach Deutschland bringen, und um die neuen sozialen Strukturen, die sich in ihren Zwangsgemeinschaften in den Unterkünften herausbilden.

In diese Strukturen soll Hauptkommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) eintauchen, der gerade von einer Kaukasus-Reise zurückkehrt. Ein paar Brocken Tschetschenisch spricht er angeblich – genug Kauderwelsch mit slawischem Einschlag jedenfalls, um Menschen ohne eigene Sprachkenntnisse davon zu überzeugen. So legt Voss sich einen Akzent zu und schleust sich undercover in die Einrichtung ein. Er sucht nach dem Täter, der Neyla Mafany eingesperrt und daran gehindert hat, während eines Brandanschlages auf die Bamberger Flüchtlingsunterkunft aus den Flammen zu fliehen. Seine Kollegin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) fahndet derweil nach den Attentätern.

Voss freundet sich mit dem jungen Syrer Basem an, den Mohamed Issa in einer gelungenen Balance aus jugendlicher Energie und entwaffnender Unschuld spielt. Basem sucht in Deutschland verzweifelt nach seinem Bruder.

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