Hamburg Kann die Fortsetzung von „Fifty Shades of Grey“ an den erfolgreichen ersten Film anknüpfen? Die meisten Kritiker fanden nicht viel Gutes an der Sadomaso-Romanze nach den Bestsellern der britischen Autorin E. L. James vor zwei Jahren: Fünf „Goldene Himbeeren“, Hollywoods Schmähpreise, heimste der Streifen mit Dakota Johnson und Jamie Dornan in den Hauptrollen ein, darunter für den schlechtesten Film. Das scheint die Fans nicht zu beeindrucken: Der Erotik-Streifen kam beim Publikum sehr gut an und spielte weltweit mehr als eine halbe Milliarde Dollar ein. Auch beim zweiten Teil, der am Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft, könnte das Erfolgsrezept erneut aufgehen.

In „Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe“ versucht Anastasia (Dakota Johnson) ihren Ex-Lover Christian (Jamie Dornan) zu vergessen und stürzt sich in ihren neuen Job als Verlagsassistentin. Doch der junge Millionär tut alles, um sie zurück zu gewinnen. Schließlich willigt Ana ein, aber nur unter der Bedingung „diesmal keine Regeln, keine Bestrafungen und keine Geheimnisse mehr“. Neu hinzu kommt Kim Basinger (62) in der Rolle einer Ex-Liebhaberin, die Grey zum Sadomaso führte. Das passt insofern gut, da Basinger in den 1980er Jahren in dem Erotikstreifen „9 1/2 Wochen“ neben Mickey Rourke für ähnlichen Wirbel sorgte. Die australische Schauspielerin Bella Heathcote mimt eine frühere Freundin, die dem Paar nachstellt.

James Foley (63, „House of Cards“), der die Regie von Sam Taylor-Johnson übernommen hat, hat am Konzept einer durchgestylten Liebesgeschichte mit SM-Touch wenig geändert. Glanzvolle, stilisierte Bilder von einem rauschenden Maskenball wechseln sich ab mit einem Ausflug auf der Luxusjacht bis hin zum romantischen Heiratsantrag in einem Raum voller Blumen - dazwischen genießen Anastasia und Christian Sex mit ein paar Hilfsmitteln wie Liebeskugeln und Massageöl meistens in der Missionarsstellung - wobei Dakota Johnson eindeutig häufiger nackt zu sehen ist als Jamie Dornan.

Das Drehbuch stammt diesmal von Niall Leonard, dem Ehemann von Romanautorin E. L. James, die mit richtigen Namen Erika Leonard heißt. Dakota Johnson (27) als Anastasia Steele wirft ihrem Christian wieder schmachtende Blicke zu und beißt sich auf die Unterlippe, während Jamie Dornan (34) als aalglatter Christian meistens damit beschäftigt ist, ihr das Höschen abzustreifen. Auf die Dialoge („Was willst Du, Anastasia?“ - „Ich will Dich“) hätte man größtenteils verzichten können.

Mit Songs wie „Love me like you do“ von Ellie Goulding und „Crazy in Love“ von Beyoncé war der Soundtrack des ersten Film sehr erfolgreich - „Earned It“ von The Weeknd wurde sogar für den Oscar in der Kategorie Bester Song nominiert. Diesmal versuchen die Superstars Taylor Swift und Zayn Malik (ehemals One Direction) mit „I don“t wanna live forever“ an den Erfolg anzuknüpfen. Außerdem steuerte John Legend, der aktuell in „La La Land“ zu sehen ist, einen Song bei, die Rapperin Nicki Minaj singt ein Lied mit Nick Jonas.

Fazit: Der zweite Teil wird möglicherweise nicht ganz so viele Zuschauerinnen und Zuschauer anziehen wie der erste Teil, da diesmal das Überraschungsmoment fehlt. Außerdem fällt der Valentinstag, auf den die Macher besonders spekulieren, dieses Jahr nicht auf einen Samstag, sondern auf einen Dienstag. Aber viele Fans der Roman-Trilogie werden sich die Fortsetzung bestimmt nicht entgehen lassen - ebenso wenig wie den dritten Teil, der bereits abgedreht ist und am Valentinstag 2018 in die Kinos kommt - mit der Hochzeit von Ana und Christian.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.