Saarbrücken Auf den ersten Blick sieht alles nach Selbstmord aus. Denn was könnte es anders sein, wenn jemand mit seinem Wagen ungebremst durch die Absperrung eines Parkdecks rast und in die Tiefe stürzt? Der Fahrer, Firmen-Justiziar Sebastian Feuerbach (Nikolai Kinski), sitzt nach dem Vorfall tot hinter seinem Steuer. Doch Hauptkommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) wird schnell misstrauisch, als er erfährt, dass es sich um ein autonom fahrendes Auto handelt – und zwar just von jenem Unternehmen, das auf das Sammeln von digitalen Daten spezialisiert ist und in der gleichen Nacht gehackt wurde.

Es ist ein neues Metier, in das der „Tatort“-Ermittler aus dem Saarland in seinem siebten Fall eintauchen muss: Denn in „Mord Ex Machina“ (Neujahr, 20.15 Uhr, ARD) geht es um die schöne neue Welt des Vernetzt-Seins, um Daten und Datendiebstahl. Und vor allem darum, was die digitale Technik für die Menschen mit sich bringen kann – an Chancen, aber auch an Risiken.

Daten, das lernt Stellbrink von Firmen-Chef Victor Rousseau (Steve Windolf) schnell, sind Informationen. Und Informationen sind Macht. „Wenn ich alles über Sie weiß, gehören Sie mir.“ Wer aber hat in diesem Fall Interesse an diesem Wissen? Die Autoindustrie? Die Bundesregierung, die ihre Fahrzeug-Flotte umrüsten will? Die Hacker, die das große Geld wittern?

Regisseur Christian Theede jedenfalls gelingt es in seinem ersten „Tatort“ überzeugend, aus einem abstrakten Thema einen Krimi zu machen, der die Zuschauer auf mehreren Ebenen fesselt. Der spannend ist und zugleich eine aktuelle gesellschaftliche Diskussion aufgreift.

Der siebte Fall von Hauptkommissar Jens Stellbrink alias Devid Striesow ist zugleich sein vorletzter. Im Sommer wurde bekannt, dass der Saarländische Rundfunk und Devid Striesow ihre Tatort-Zusammenarbeit mit der Ausstrahlung der Folgen „Mord Ex Machina“ (Neujahr 2018) und „Der Pakt“ in 2019 beenden.

Konkrete Pläne für die Zukunft des SR-Tatortes gibt es laut SR-Programmdirektor Lutz Semmelrogge noch nicht.

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