Frage: Sie beide drehen offenbar gern miteinander. Was macht die gute Zusammenarbeit aus?
Caine: Die Gelassenheit zwischen uns.
Freeman: Ja, genau, das ist wie eine Komfortzone.
Caine: Das ist anders, als wenn zwei junge Schauspieler an einem Film zusammenarbeiten. Wir kennen uns seit Jahren und haben sechs Filme zusammen gemacht. Wir mögen uns sehr, und es ist ein Wunder, dass sie uns überhaupt dafür bezahlen. (lacht)
Frage: Gibt es noch so etwas wie Konkurrenz am Set?
Freeman: In unserem Alter nicht mehr.
Caine: Nein. Uns fehlt es ja an nichts. Mir fällt nichts ein, was einer von uns hat, was der andere nicht hat.
Freeman: Eben.
Caine: Siehst du.
Freeman: Naja, eins habe ich doch, was du nicht hast.
Caine: Was denn?
Freeman: Ich habe Urenkel.
Caine: Was hast du?
Freeman: Urenkel!

„Abgang mit Stil“ – start am Donnerstag

In einer Neuauflage der Krimikomödie „Die Rentnergang“ von 1979 hat Regisseur Zach Braff drei der bekanntesten Altstars Hollywoods zusammengeführt: neben Michael Caine und Morgan Freemann auch Alan Arkin (83). „Abgang mit Stil“ kommt am Donnerstag in die Kinos.

Sir Michael Caine wurde 1933 als Maurice Joseph Micklewhite in London geboren. Er war in mehr als 100 Filmen zu sehen – darunter in „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ (1999) – und gewann zwei Oscars.

Morgan Freeman wurde 1937 in Memphis, Tennessee, geboren und wuchs in Charleston, Mississippi, auf. Er spielte unter anderem Nelson Mandela in „Invictus – Unbezwungen“, gewann einen Oscar und einen Golden Globe.

Caine: Ja! Ich habe nur Enkel. Und er hat Urenkel.
Frage: Empfinden Sie noch so etwas wie Druck?
Freeman: In der Öffentlichkeit empfinde ich Druck. Denn ich kann nicht mehr die Straße entlanggehen, nicht mehr einkaufen und nicht mehr spazieren gehen. Das ist für mich eine Belastung.
Caine: Ich gehe noch spazieren. Ich setze eine Baseballmütze auf. Dann erkennt niemand, wer ich bin.
Freeman: Das ist unglaublich. Leider habe ich diese Fähigkeit verloren.
Frage: Gilt das auch für Charleston, wo Sie leben und aufgewachsen sind?
Freeman: Nein. Charleston ist ja so klein, dass man es kaum Stadt nennen kann. Wir haben nicht mal eine Ampel. Die wenigen Leute, die dort wohnen, haben nicht lang gebraucht, um sich daran zu gewöhnen, dass ich nach Hause gekommen bin. Aber im Rest der Welt ist das anders. In New York City habe ich einmal den Verkehr lahmgelegt.
Caine: Jeder hat heute eine Kamera. Immer diese Selfies.
Frage: Finden Sie die Selfies aufdringlich?
Freeman: Sehr aufdringlich! Die kommen einfach an und knipsen sich mit dir.
Caine: Fotos zu machen stört mich nicht. Aber Fotos zu unterschreiben, das hasse ich. Denn ich weiß, dass die verkauft werden. Einmal habe ich ein Autogramm gegeben, und der Typ konnte meinen Namen nicht lesen. Da fragt er mich: Wie heißen Sie?
Freeman: (lacht) Ja, das kommt auch vor. Leute kommen auf dich zu und fragen: Sind Sie berühmt?
Caine: 75 bis 100 Dollar kostet ein Autogramm von mir im Internet. Ich habe auf meinem Smartphone nachgeschaut.
Frage: Im Film gibt es eine Szene, in der Sie beide gemeinsam mit Alan Arkin die Reality-TV-Sendung „The Bachelor“ schauen...
Freeman: Jeder spricht uns auf diese Szene an.
Caine: Das ist wirklich erstaunlich...
Frage: Hatten Sie diese Sendung jemals vorher gesehen?
Beide: Nein!
Frage: Wie erholen Sie sich in Ihrer Freizeit?
Caine: Ich erhole mich in meinem Landhaus. Ich habe drei Enkel, siebenjährige Zwillinge und einen achtjährigen Jungen. Mit denen entspanne ich. Außerdem bin ich Koch und Gärtner. Ich koche also mit meinen eigenen Zutaten. Dann weiß ich, dass alles organisch ist.
Freeman: Ich spiele Golf. Und ich trainiere regelmäßig. Ich habe einen Fitnessraum direkt neben meinem Schlafzimmer. Ich muss mir also nicht mal was anziehen, um zu trainieren. (lacht) Und zwischen Training und Golf habe ich das Glück, meine Zeit mit einer relativ jungen – jünger als ich jedenfalls –, unglaublich attraktiven Lady verbringen zu dürfen. Und das ist sehr belebend.
Frage: Im Film sprechen Sie über das Altern und den Tod. Ist das etwas, was Sie auch im richtigen Leben beschäftigt?
Freeman: Ob ich mir über den Tod Sorgen mache? Kein Stück. Warum sollte ich?
Caine: Um Himmels Willen, nein. Du musst sowieso irgendwann abtreten. Das ist überhaupt nicht wichtig.
Frage: Was treibt Sie immer noch zur Arbeit an?
Freeman: Ich weiß nicht, was ich sonst im Leben machen sollte. Ruhestand? Bloß nicht! Nichts liegt mir ferner. Wenn das Telefon für mich als Schauspieler irgendwann nicht mehr klingelt, dann will ich Regisseur sein oder Produzent. Irgendwie werde ich dabeibleiben, selbst wenn ich schon im Rollstuhl sitze.
Caine: Ich werde immer nur Schauspieler bleiben, weil ich gern früh Feierabend mache. Und als Regisseur muss man immer noch länger bleiben. Ich bin damals nicht Schauspieler geworden, um reich oder berühmt zu werden oder um in Filmen zu sein. Ich habe einfach nur versucht, der beste Schauspieler zu sein, der ich sein konnte. Bis heute ist das mein Antrieb: Kann ich besser sein als im letzten Film? Abgesehen davon, dass ich jetzt auch ein bisschen Geld dafür bekomme. (lacht)
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