Berlin Als „Nachtschwester Kroymann“ (ARD) brachte sie zwischen 1993 und 1997 so manchen Zuschauer zu Bett. Das ist nun schon fast 20 Jahre her, und da wird es allerhöchste Zeit für eine Art von Neuauflage: Mit dem schlichten Titel „Kroymann“ kehrt Maren Kroymann an diesem Donnerstag mit einer eigenen Satiresendung im Ersten auf den Bildschirm zurück, allerdings sehr spät, um 23.30 Uhr.

Darin schlüpft die Schauspielerin, Musikerin und Humoristin (67) in ganz verschiedene Frauenrollen. Sie ist zu sehen als ältestes Mitglied einer Frauenrechtlerinnen-Bewegung, die zum Kochen und Putzen eingeteilt werden soll, und als Frau im reifen Alter in einem Bewerbungsgespräch („Ihr seid rassistische Vollpfosten!“) mit Burghart Klaußner.

Sie schlüpft in die Rolle einer berühmten Schauspielerin, die Schauspielstudentinnen im Kurs von Cordula Stratmann etwas mitgeben soll („Ich nenne es Verwertungsbegabung“), und in die einer mittelalten Patientin bei einer besonderen Therapeutin (Annette Frier), die sie „allein schon vom Alter her für ideal hält für das Stammpublikum der ARD“.

Sie tritt als Erika Steinbach auf („Sie sehen gar nicht schwul aus“) und in vielen anderen Sketchen des Autorenteams – unter der Regie von Felix Stienz und Philipp Käßbohrer.

Maren Kroymann bringt in ihren Sketchen gern politische Seitenhiebe unter und singt auch („Wir sind die Alten“). Auf die Frage, warum sie gerade jetzt wieder Kabarett macht, sagte: „Ach, das hätte ich gern schon viel früher. An mir lag das nicht, denn ,Nachtschwester Kroymann’ hätte ich liebend gern weitergemacht. Aber es sollte damals nicht sein.“ Nach ihrem Outing als Lesbe vor etwa 20 Jahren nahmen gute Rollenangebote ab und die Kabarettshow wurde abgesetzt.

Das Angebot, ein Format mit 30 Minuten Satire für die ARD zu entwickeln, sei 2016 überraschend gekommen – von Radio Bremen. „Wir haben dann eine super Produktionsfirma gefunden, und glücklicherweise ist Hans Zippert wieder mit von der Partie, der mit mir damals die meisten Folgen von ,Nachtschwester Kroymann’ geschrieben hat“, sagte Kroymann. „Geplant ist zunächst eine Sendung, aber in einer tieferen Stufe meines Bewusstseins ist sicher noch Platz für weitere.“

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