München Die unheimlichste Szene dieses „Tatorts“ spielt sich in der ganz gewöhnlichen Kantine eines Bauunter- nehmens ab. Dort entdeckt der Münchener Mafiaboss Domenico Palladio (Paolo Sassanelli) die Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Peter Faber (Jörg Hartmann), die ihn beschatten.

Der joviale Gangster mit dem durchdringenden Blick gesellt sich zu den beiden und offenbart beim nur scheinbar entspannten Plausch, dass er über die beteiligten Mordkommissariate in München und Dortmund und ihre Mitarbeiter so gut wie alles weiß – eine bedrohliche Szene, die an einen Schlüsselmoment in der Netflix-Serie „Narcos“ über die Jagd auf den kolumbianischen Drogenbaron Pablo Escobar erinnert.

Zum Glück lassen sich der erfahrene Leitmayr und sein impulsiver Kollege aus dem Ruhrgebiet im zweiten Teil des Jubiläumskrimis „Tatort: In der Familie“ an diesem Nikolaussonntag (20.15 Uhr/ARD) zum 50-jährigen Bestehen der Reihe nicht einschüchtern, sondern verfolgen unbeirrt ihr Ziel, dem mörderischen Paten das Handwerk zu legen. Genauso wie ihr Kollege Ivo Batic (Miroslav Nemec), der sich draußen vor der Kantine mit dem korrupten Bauunternehmer anlegt, der mit der Mafia Geschäfte macht.

Nicht ganz so packend

Die von Regisseurin Pia Strietmann inszenierte Fortsetzung ist zwar nicht ganz so packend und atmosphärisch wie der erste Teil des Jubiläumskrimis, der durchgängig die meisterhafte Handschrift von Filmemacher Dominik Graf aufwies. Doch auch der zweite Teil punktet mit viel Spannung, starken Figuren und vor allem der tragischen Geschichte einer Kleinfamilie, die sich in den Tentakeln der Mafiakrake verfangen hat.

Im Mittelpunkt des Krimis, der in der bayerischen Landeshauptstadt und ihrem Umland spielt, steht wieder die Familie des Dortmunder Pizzabäckers Luca Modica (Beniamino Brogi), die der Zuschauer noch vom ersten Teil des Krimis kennt und der mit der Ermordung von Mutter Juliane endete.

Flucht vor der Polizei

Der von der Polizei gesuchte Luca, Tochter Sofia (Emma Preisendanz) und Mafiakiller Pippo Mauro (Emiliano de Martino) verstecken sich derweil in einer schäbigen Wohnung bei München und warten auf eine günstige Gelegenheit, nach Italien abzuhauen.

Natürlich nutzt der örtliche Mafiachef Palladio die zusätzliche Manpower zur Erledigung diverser krimineller Geschäfte, wozu auch die gewaltsame Einschüchterung eines Münchener Baudezernenten zählt. Doch die Aktion läuft aus dem Ruder und der Beamte kommt ums Leben, was wiederum die beiden Ermittler Leitmayr und Batic von der Münchener Mordkommission auf den Plan ruft – auch dieser stellenweise recht brutale „Tatort“ beginnt den ehernen Gesetzen der 50 Jahre alten Krimireihe folgend also mit einer Leiche.

Kollege Faber mischt mit

Schnell finden die Ermittler heraus, dass der Fall etwas mit den ein halbes Jahr zurückliegenden Ermittlungen im Ruhrgebiet zu tun hat, und schon bald taucht auch ihr unberechenbarer Dortmunder Kollege Faber auf, um kräftig mitzumischen.

Die junge Sofia, die nichts vom Tod ihrer Mutter weiß, versucht derweil Kontakt zu ihr aufzunehmen, was Mafia-Padrone Palladio natürlich ein Dorn im Auge ist. Seine Versuche, die 17-Jährige an die Kandare zu nehmen, scheitern – und der skrupellose Gangster ergreift drastische Maßnahmen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.