Mühldorf Am Inn Alexandra Brandner hat von diesem Skelett geträumt. Kein Schreckenstraum war es allerdings, der die Gewandmeisterin aus dem oberbayerischen Mühldorf am Inn aus dem Schlaf riss, sondern die Tüftelei an dem Konstrukt aus 300 kunstvoll hergestellten Knochen, Glitzersteinen und Strass. „Ich wollte keinen Knochenrock bauen – sondern einen leichten, schwebenden Geist.“

Wie sie den Eindruck des Schwebens am Ende tatsächlich hinbekam: Betriebsgeheimnis. 25 Kilo wiegt das Kostüm nun, 800 Stunden Arbeit stecken darin.

Das Raten geht weiter

Am Dienstagabend wird ein Prominenter hineinschlüpfen und mit anderen Stars in neun weiteren fantasievollen Kostümen in die nächste Staffel der ProSieben-Rate-Show „The Masked Singer“ starten. Die Promis singen, streuen Hinweise auf ihre wahre Identität ein und müssen dann vom Studiopublikum sowie einem Rateteam enttarnt werden.

Fantasievolle Figuren

Zum dritten Mal zauberten Kostümbildnerin Brandner und die Wiener Maskenbauerin Marianne Meinl nun nach den Vorlagen von US-Designerin Marina Toybina die fantasievollen Figuren. Zu den zehn Kostümen, die sie mit ihren Teams in wochenlanger Arbeit bauten, zählen eine Umweltschutz-Biene, ein Ballerina-Nilpferd in Spitzenschuhen und ein zwei Meter großes, blaues Kuschel-Alien. Allein der Kopf wiegt drei Kilo.

Wer auch immer als Alien auftreten wird – „er muss sportlich sein“, sagt Meinl. Denn das Kostüm ist „sehr groß, sehr schwer, sehr heiß“. In dem Kopfteil sind sogar Mini-Ventilatoren verbaut.

Engpässe bei material

Im Spätsommer hatten Brandner und Meinl die Vorlagen für die neuen Figuren bekommen. Dann hatten sie sechs Wochen Zeit zur Umsetzung ins Dreidimensionale – gerade in Corona-Zeiten eine Herausforderung. Viele Materialien waren nicht lieferbar. „Von meinen Lieferanten gibt es ein Drittel nicht mehr“, sagt Brandner. Stoffe, Borten, Spitzen – manches, was sie bestellt hat, kam bis heute nicht an.

Improvisieren war angesagt. Stoffe mussten gefärbt und bedruckt, Strass und Knöpfe selbst hergestellt werden. Das Kleidchen des Nilpferds etwa ist über und über mit rosa Strass geschmückt – den gab es aber nicht zu kaufen. Also goss das Team in 50 Arbeitsstunden selbst Tausende Strass-Steine.

Masken mit Ausdruck

Das Gesicht wiederum formte die Puppenbaumeisterin und Maskenbildnerin Meinl. Immer wieder erwärmte und formte sie das Thermoplast-Material neu: „Mir ist ganz wichtig der Gesichtsausdruck. Niedlich sollte er sein.“ Daran habe sie tagelang gefeilt.

Bei den Masken sind außerdem Sprechproben wichtig. Schließlich müssen die Stars darunter singen, ohne dass es dumpf klingt. Und im Innern der Kostüme sind Holz- und Metallkonstruktionen nötig, um die Form zu halten – teils Schreinerarbeit.

Eine weitere Herausforderung: Maß nehmen an den künftigen Trägern gibt es nicht. Denn Brandner und Meinl wissen selbst nicht, wer am Ende welches Kostüm tragen wird – der Star bleibt auch für sie geheim.

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