Berlin Schrottplätze sind Orte der Vergänglichkeit – zumindest für Autos und sonstiges altes Zeug. Doch manchmal verbirgt sich dort noch ganz anderes. Das ist dann unter Umständen ein Fall für die IEK, die Interdisziplinäre Ermittlungskommission des LKA Berlin, die sich aus Rechtsmedizinern, Kriminalkommissaren und Kriminaltechnikern zusammensetzt und klären will, was in der Vergangenheit tatsächlich passiert ist. Wie das geht, gibt es nun in der zweiten Staffel der Serie „Die Spezialisten – Im Namen der Opfer“ zu sehen, die von diesem Mittwoch an (19.25 Uhr, ZDF) mit zehn neuen Folgen startet.

Mit Anita Kupsch

Rückblick auf 1990, das Jahr der Einheit: Viele Menschen aus der DDR kauften sich ein Auto. Manche Autohändler machten gute Geschäfte. Einer von ihnen endete in einem seiner Gebrauchtwagen in einer Schrottpresse, zusammengepresst zu einem Würfel. 26 Jahre später wird dieser Würfel als Kunstobjekt bei einer Ausstellung gezeigt. Die Rechtsmedizinerin Dr. Katrin Stoll (Valerie Niehaus) entdeckt darin die Reste menschlicher Knorpel, greift sogleich zur Flex und zerlegt das Kunstwerk mit dem schönen Namen „Blühende Landschaften“.

Dadurch rollt sie mit ihrem Assistenten Rufus Haupenthal (Tobias Licht) und ihren neuen Kollegen, Kriminalhauptkommissar Henrik Mertens (Matthias Weidenhöfer) und Kommissar Benjamin Kuttner (Timur Bartels), eine Familientragödie wieder auf, die längst vergessen schien.

Es gibt ein Wiedersehen mit der Schauspielerin Anita Kupsch (76), die sich zuletzt im Fernsehen („Schöne Männer hat man nie für sich allein“) rar gemacht hat, dafür aber immer noch viel auf der Bühne steht („Harold und Maude“, „Golden Girls“). Hier spielt sie die Betreiberin einer Imbissbude und weint ihrem jetzt tot aufgefundenen Mann – dem ermordeten Autohändler im Schrottwürfel – keine Träne nach: Schließlich hatte er sie damals mit ihrem Sohn Ronny (Adrian Topol) sitzen gelassen.

Fast das komplette Team der Serie wurde ausgetauscht. Nicht mehr dabei sind die Schauspieler David Rott und Merlin Rose. Henriette Richter-Röhl schied aus, weil ihre Figur der Inka Biehl in der dritten Folge der ersten Staffel verstarb. Valerie Niehaus, Tobias Licht und Katy Karrenbauer als herbe Kriminaloberrätin sind weiterhin dabei. Neu hinzu kommt jetzt – neben dem Kommissarteam – noch Narges Rashidi als Kriminaltechnikerin Samira Vaziri.

Ordentliches Tempo

Die moderne Serie ist mehr an Fakten als an Emotionen interessiert, legt ein ordentliches Tempo vor – und erinnert dabei ein wenig an US-Serien wie „Cold Case“ und „Bones“. Das geht aber in Ordnung. Zwischen den einzelnen Teammitarbeitern geht es jetzt ziemlich routiniert zu, auch wenn jeder aus dem Team sein kleines privates Päckchen zu tragen hat – wovon man aber auch nicht allzu viel erfährt.

Die Schauspieler machen ihre Sache gut. Der Humor kommt zwar etwas zu kurz, mit Spannung und Logik hapert es bisweilen, doch sind die Drehbücher clever durchdacht und von dem Regisseur Sven Fehrensen glaubhaft umgesetzt. Eine dritte Staffel sollte daher vermutlich drin sein.

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