HAMBURG Das ZDF will an seinem angestammten Sendeplatz für Dokumentationen am Dienstagabend festhalten – auch gegen den herrschenden Quotendruck. „Wir werden den Doku-Platz um 20.15 Uhr weiterhin bespielen“, sagte der Leiter der ZDF-Redaktion Zeitgeschehen, Heiner Gatzemeier, am Montag in Hamburg. Über die anstehende Programmreform des öffentlich-rechtlichen Senders sei zwar noch nicht endgültig entschieden, aber Gatzemeier zeigte sich zuversichtlich, dass es da keine Änderung geben werde. Bei der ARD hingegen gibt es Pläne, den festen Doku-Sendeplatz am Montagabend um 21 Uhr aufzugeben und mit einer Talkshow zu besetzen. Darüber wird derzeit diskutiert.

Das ZDF stellte in Hamburg das Projekt „2030 – Aufstand der Jungen“ vor, das am 11. Januar 2011 auf dem Dienstags-Doku-Platz ausgestrahlt wird. Dabei handelt es sich um eine Doku-Fiction. Regisseur Jörg Lühdorff thematisiert anhand einer fiktiven 90-Minuten-Reportage das Problem der Generationengerechtigkeit: In 20 Jahren, so die These, werden es viele junge Menschen schwer haben, einen angemessenen Lebensstandard zu halten. Sie hangeln sich von Praktikum zu Aushilfsjob, können kaum für sich selbst und ihre Kinder sorgen, müssen aber auch für ihre Eltern aufkommen. In den Hauptrollen: Bettina Zimmermann, Barnaby Metschurat und Lavinia Wilson.

Der Film ist quasi die Fortsetzung der Doku-Fiction „2030 – Aufstand der Alten“, die Anfang 2007 in drei Teilen Altersarmut und Verwahrlosung von Rentnern thematisiert hatte. Beide Arbeiten von Regisseur Lühdorff haben eines gemeinsam: Sie sind düster und negativ gefärbt. Das sei deshalb aber kein „Horrorszenario“, meinte Gatzemeier: „Man muss die Fakten zur Kenntnis nehmen und das geschieht nur, wenn man das Ganze etwas übertreibt und überhöht.“ Die nächste Doku-Fiction sei schon in Arbeit: Unter dem Titel „Die Erlöser-AG“ realisiert Regisseur Friedemann Fromm einen Film zum Thema Sterbehilfe.

Im Anschluss an „2030 – Aufstand der Jungen“ zeigt das ZDF eine zweiteilige Reportage über das Arbeitsleben in Zeiten des Wandels. In der Reihe „37 Grad“ heißt es am 11. und 18. Januar jeweils um 22.15 „Immer mit Herzblut“ – ein junger Lehrer und ein junger Arzt werden in ihrem Berufsalltag begleitet.

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