BERLIN Die ARD hält ihr Kultur-Projekt „Deutschland, deine Künstler“ weiterhin hoch. Bereits die fünfte Staffel der Porträtreihe, die im Sommer 2008 mit Armin Mueller-Stahl gestartet war, beginnt an diesem Mittwoch (21.45 Uhr) mit Inga Wolframs feinfühliger 45-minütiger Annäherung an Film- und Fernsehdiva Hannelore Elsner.

Die wird am 26. Juli 70 Jahre alt. Es folgen, jeweils um 22.45 Uhr, Beiträge über Schauspieler Matthias Brandt (25.7.), Musiker Till Brönner (1.8.), Dirigent Christian Thielemann (15.8.) und Maler Markus Lüpertz (22.8). Und das, obwohl bislang nur ein einziger Beitrag (über Peter Maffay) zwei Millionen Zuschauer gewinnen konnte – was auch den oft späten Sendeplätzen geschuldet war.

„Verwegen, wenn man aus dem Fernsehgeschäft kommt“, würde man die Idee nennen, einem Millionenpublikum so viel Kunst und Künstler zuzumuten, sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres bei der Präsentation des Staffelauftakts über Elsner in Hamburg. Überlassen die Öffentlich-Rechtlichen doch Kultur zumeist den Spartensendern 3sat und Arte.

So ist denn in Wolframs liebevollem Beitrag zu erleben, wie die zeitlos schöne Elsner unter der Regie Marcus H. Rosenmüllers hingegeben ihren Part einer runzligen alten Bayerin für ihre neue schwarze Komödie „Wer’s glaubt, wird selig“ (Kinostart: 16.8.) probt. Im Interview zeichnen unter anderen Rosenmüller, seine Kollegen Oskar Roehler und Dani Levy sowie die Porträtierte selbst das Bild einer Darstellerin, die in rund fünf Jahrzehnten offen, mutig und intuitiv ein breites Rollenspektrum gewagt und gemeistert hat.

Vom Starlet in Will Trempers „Die endlose Nacht“ (1963) beispielsweise über die erste TV-„Kommissarin“ (1994 bis 2006) bis zum Leinwandcomeback als alternde, dem Leben abhanden gekommene Schriftstellerin in Roehlers „Die Unberührbare“ im Jahr 2000. „Ich fresse meinen Text“, sagt die Künstlerin im Film über ihre Art, sich Figuren anzueignen.

„Ich will in keine Schublade“, ist Elsners Credo. Obwohl die Fernsehreihe das erklärte Ziel hat, berühmte und etablierte Kreative hautnah auch als Menschen zu zeigen, zeigt Wolframs Sendung hier deutliche Grenzen auf. Zu erleben sind zwar Fotos von Elsners Bruder Manfred, der mit vier Jahren im Krieg umkam, oder, gemeinsam mit Sohn Dominik, ein Besuch in ihrer idyllischen Heimatstadt Burghausen in Oberbayern.

Doch Kritik an ihrer Arbeit, Pech und Pannen, wirklich tiefere Erfahrungen mit dem Älterwerden oder gar die Männer in ihrem Leben, zu denen Großregisseur Dieter Wedel als Dominiks Vater zählt – davon kommt kaum etwas vor. Schade. Jedoch bietet der Beitrag immer noch genug Stoff, um anregend zu wirken. Anlässlich des 70. Geburtstages von Hannelore Elsner zeigt die ARD zuvor ab 20.15 Uhr ihren Kino-Erfolgsfilm „Alles auf Zucker!“ (2004) von Dani Levy.

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