Berlin Gerade hat sie den Prix Pantheon bekommen, in der Kategorie „reif und bekloppt“. In der Laudatio zum Kabarettpreis stellte Elke Heidenreich fest: „Sie kann singen, tanzen, schauspielern, denken, schreiben – und auf der Bühne ist sie einfach eine Granate.“ Am 19. Juli wird Maren Kroymann 65.

Wohl niemand hat Sabine Christiansen und Verona Pooth so schön parodiert wie sie. Fernsehzuschauer kennen die Berliner Schauspielerin aus Serien wie „Oh Gott, Herr Pfarrer“, „Vera Wesskamp“, „Mein Leben und ich“ oder Doris Dörries „Klimawechsel“.

Kabarettfans lieben sie für Shows wie ihr erstes Solo „Auf Du und Du mit dem Stöckelschuh“ von 1982, die „Gebrauchten Lieder“ oder aktuell „In My Sixties“. Darin feiert sie mit dem Sound und den Liedern von damals 50 Jahre Pubertät, im Glamourlook.

Eigentlich wollte die Tübinger Professorentochter, die mit vier älteren Brüdern aufwuchs, Lehrerin werden. Es kam anders: Nach Auslandsaufenthalten und nach Theater in der Heimat wurde sie Kabarettistin. Als „Nachtschwester Kroymann“ war sie in den 90er Jahren die erste Frau, die eine eigene Satireshow in der ARD bekam, allerdings ohne regelmäßigen Sendeplatz.

Ihre feministisch-herben Sketche über piepsige Frauchen und das Begrapscht-Werden im Büro findet sie nach wie vor aktuell. „Es entpuppt sich, dass ich vor 20 Jahren Dinge geschrieben habe, die genau in die jetzige Situation passen, was Frauen und Karriere angeht.“

Feministin und Lesbe: Das sind für Kroymann keine Etiketten, mit denen sie verschämt umgehen würde. Als eine der ersten prominenten Frauen in Deutschland hatte sie 1993 im „Stern“ ihr Coming-Out, damals ein mutiger Schritt. Bis heute ist Maren Kroymann eine der wenigen, die selbstbewusst und auch gern über ihr Lesbisch-Sein sprechen.

Im Moment dreht sie „Divorce“, eine neue RTL-Serie. Mit Walter Sittler stand sie für das ZDF-„Herzkino“ vor der Kamera. Leichtere Kinokost war im Jahr 2009 die Bestsellerverfilmung „Maria, ihm schmeckt’s nicht“.

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