Magdeburg Irgendwo in Rostock klingelt ein Handy. Es ist das Telefon eines Toten. Der Anruf kommt aus Magdeburg. Hauptkommissarin Doreen Brasch hat LKA-Profilerin Katrin König dran, die gerade das Handy eines ermordeten Wirtschaftsprüfers unter die Lupe nimmt.

Der Getötete stammt aus Magdeburg, der Tatort heißt Rostock-Warnemünde. Die Nummer des Prüfers hat eine Frau in Magdeburg kurz vor ihrem Tod gewählt. Sie starb bei einem Brandanschlag auf ein Familienunternehmen. Brasch will den Mann als Zeugen befragen. Doch man hat ihm längst, 350 Kilometer entfernt an der Ostsee, nach dem Leben getrachtet. Erschossen in einem Hotel. Gibt es einen Zusammenhang? Und wenn ja, welchen?

Regisseur und Drehbuchautor Eoin Moore nutzt diese, nicht einmal einminütige Szene als Türöffner für ein noch nie da gewesenes Projekt. Erstmals in der Geschichte der Krimireihe „Polizeiruf 110“ wird länder- und senderübergreifend ein Mörder gesucht. 180 spannende Filmminuten verteilen sich auf die Sonntagabende des 27. September und 4. Oktober (20.15 Uhr). Die Ausstrahlung des zweiten Teils wurde in die ARD-Themenwoche „Heimat“ eingebunden.

„Wendemanöver“ ist mehr als eine perfide Räuber-und-Gendarm-Geschichte. Der erste doppelte „Polizeiruf 110“ beeindruckt mit griffigen Dialogen, einem schnellen Erzähltempo und einer dichten Story, an deren Ende vier Tote und mehrere Täter stehen.

Moore und seine Mitautoren Anika Wangard und Thomas Kirchner haben aus den Fäden von Schicksalen, Lebensläufen und persönlichen Dramen in Ost und West einen äußerst kompakten Teppich gewebt. „Die Sache hier wird immer dichter“, hört man kurz vor dem Showdown Pöschel (Andreas Guenther) sagen. Und er hat recht. Es ist eine Geschichte, die über drei Generationen hinweg erzählt wird. So mancher Zuschauer könnte das Verlangen verspüren, den Ermittlern gleich, das Flipchart herauszuholen. Des Überblicks wegen.

Im Zweiteiler „Wendemanöver“ feiert Sylvester Groth Abschied von Magdeburg und seiner überkorrekten Ermittlerfigur Drexler. Moore entlässt ihn, indem er ihn als Privatmann auf den Punkt bringt. Nichts ist mehr länger angedeutet, alles ist auserzählt.

„Wendemanöver“ wurde an etwa 50 Tagen in Magdeburg, Rostock und Hamburg gedreht. Ende Januar fiel die erste Klappe. Es ist eine Gemeinschaftsproduktion des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und des Norddeutschen Rundfunks (NDR).

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